Wie wir uns immer wieder selbst im Weg stehen

Wie wir uns immer wieder selbst im Weg stehen

Eine der Grundfunktionen deiner Gedanken ist es, dass du dir selber recht gibst. Damit sorgst du dafür, dass dein Selbstbild erhalten bleibt. Leider wirst du dir so immer mal wieder selbst im Weg stehen.  Du bremst dich, deine Möglichkeiten und dein Potential aus.

Das gilt übrigens nicht nur für dich. Gleichermaßen gilt es auch für mich und alle anderen. Für mich ist der Umgang mit meinen Selbsteinschränkungen ein lebenslanger Weg. Früher war ich der Meinung, dass dieser Weg doch irgendwann zu Ende sein muss.

Heute erkenne ich, nachdem ich eine „Blockade“ weggeräumt habe schon bald die Nächste. Sich selbst im Weg stehen ist durchaus normal. Die Frage ist, wie du damit umgehen willst. Möchtest du auf deinem jetzigen Level verbleiben? (Was übrigens vollkommen in Ordnung ist.) Oder hast du die Absicht – frei nach Raumschiff Enterpreis – in Galaxien vorstoßen, die noch nie ein Mensch zuvor erblickt hat?

Letzteres ist Arbeit an dir selbst. Wie ich es gerade, im Rahmen meines Studiums, wieder bemerkt habe, ist es nicht immer angenehm. Ein Blick auf die Bereiche zu werfen, in denen ich mir selbst im Weg stehen bleibe, lockt schon mal alte Wunden hervor. Letztendlich war es bisher jedoch immer befreiend. Doch zurück zu dir und dem Thema.

Der Blick auf andere

Der Blick auf andere

Ich weiß nicht, wie beispielsweise mit dem Thema Reichtum in deiner Familie umgegangen wurde. In meiner Familie war es so, dass reiche Menschen anders waren als wir. Diesem „anders sein“ haftete irgendwie etwas Unangenehmes an. Es war besser nicht reich zu sein.

Im Bereich Geld bin ich mir lange Zeit im Weg stehen geblieben. Anders war es auch nicht beim Komplex Erfolg. Erfolg zu haben ist, nach meiner früheren Einstellung, Glück zuzuschreiben. Heute sehe ich das anders, aber das ist eine längere Geschichte.

Ähnliche Glaubenssätze bilden sich gerne um Themen wie Charisma und Ausstrahlung. Beides hat man angeblich von Geburt an, oder eben auch nicht. Liebe ist ebenfalls so ein Thema. Sicherlich durch viele romantische Filme beeinflusst, stellt sich oftmals das Gefühl ein, selbst nicht zu genügen.

Dann wunderst du dich vielleicht, dass du nicht erfolgreich, glücklich oder wohlhabend wirst. Wenn du bei anderen ihren Erfolg oder Reichtum „lästerst“ wird dein Gehirn darauf aufpassen, dass du beispielsweise erfolglos bleibst. Es wird dein Selbstbild erhalten wollen, denn erfolgreiche Menschen sind ja blöd. Du selber willst ja nicht blöde sein.

Mit angezogener Handbremse durchs Leben

Mit angezogener Handbremse durchs Leben

Daraus ergibt sich schnell ein Gefühl, das wir mit angezogener Handbremse auf das Gaspedal treten. Selbst, wenn du dir einen Wagen mit mehr PS und einer unglaublichen Beschleunigung holst, wird es schwierig bleiben, solange du die Handbremse nicht löst.

Übertragen ist der Wagen natürlich ein anderer Job oder ein anderer Partner. Wenn sich zwei Gefühle in dir „streiten“ wirst do, laut der kognitiven Dissonanz, dich für eines von beiden entscheiden. Dabei greifst du auf Lösungen zurück, die dir bisher geholfen haben. Gleichzeitig schützt du dein Selbstbild. Und ruckzuck wirst du dir selbst im Weg stehen.

Ein weiterer Nachteil von „alten Lösungen“ ist, dass du immer wieder das erhältst, was du bereits erhalten hast. Das wars dann mit neuen Wegen, geschweige denn neuen Galaxien. Letztendlich lässt sich, meiner Erfahrung nach, auf zwei Grundgefühle zurückführen.

Erst einmal möchtest du Sicherheit. Gerade, wenn die Zeiten so unsicher sind wie die heutigen, ist Sicherheit ein ziemlich großes Bedürfnis. Veränderung und damit auch „neue Lösungen“ sorgen anfänglich oftmals für Unsicherheit.

Wenn du so bleibst, wie du bist und Entscheidungen triffst, wie du sie immer getroffen hast, ist das zu mindestens eine Sicherheit. Und nochmal, das ist vollkommen in Ordnung so! Du bist in Ordnung so, wie du bist!

Das andere Gefühl ist ein Drang zur Weiterentwicklung, welches seit deiner Geburt in dir verankert ist. Wenn ich dieses Gefühl noch mehr eingrenzen würde, so merke ich gerade, würde ich es Freiheit nennen. Hier die Freiheit so zu handeln, wie wir uns das im tiefsten inneren wünschen.

Es gibt eine Möglichkeit, die beiden entgegengesetzten Gefühle zu vereinen und dir deinen Weg leichter zu gestalten. Spüre aber bitte erst einmal nach, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für Veränderungen ist. Ist das nicht der Fall, mach dir einen Eintrag im Kalender, an dem du die Situation erneut prüfst.

Gegensätzliche Gefühle integrieren

Gegensätzliche Gefühle integrieren

Wenn du dir selbst im Weg stehst, sage dir bitte erst einmal freundlich guten Tag. Schließlich kennst du dich ja schon recht lange. Auch wenn sich das lustig anhört, meine ich es doch ernst. Gehe freundlich mit dir um!

Im Folgenden findest du eine kurze Übung. Auf den ersten Blick erscheint sie sehr einfach. Ich habe schon oft erlebt, dass sie Dinge unglaublich vereinfachte, ja sogar auflöste. Probiere sie ein paar Mal für dich aus. Wenn sie dich mehrfach nicht weiterbringt, ist sie für dich wahrscheinlich nicht geeignet.

Ich beschreibe die Übung erst mal mit einem Beispiel. Danach fasse ich die Punkte nochmal zusammen, so dass du sie direkt für dich anwenden kannst.

Übung

Am besten setzt du dich bequem auf einen Stuhl. Dabei sollten deine Beine parallel auf dem Boden stehen.

Identifiziere dann die beiden gegensätzlichen Gefühle. Um beim Beispiel „Erfolgreich“ zu bleiben, könnten sie so aussehen:

  • Gefühl eins: Du möchtest erfolgreicher sein.
  • Gefühl zwei: Du hast Angst, arrogant zu werden.

Schau bitte genau bei dir selber. Du kannst die Gefühle so Bennen, wie du es für richtig hältst. Wenn du dein Gefühl mit „Bananenbrot“ beschreibst, dann ist das so. Werte deine Bezeichnungen nicht. Sie müssen nur für dich passen und du brauchst sie auch nicht veröffentlichen.

Lege deine Hände, mit den Handflächen nach oben auf deine Oberschenkel. Nun legst du das eine Gefühl in die eine und das andere in die andere Hand. Vielleicht kannst du dir die Gefühle auch als Persönlichkeitsanteile vorstellen. Je besser es dir gelingt, dir die Gefühle / Persönlichkeitsanteile wirklich bildhaft vorzustellen – zu visualisieren – je umfassender wird die Übung für dich.

Frage dann jeden Teil, was er für dich, auf seine Weise erreichen möchte. Bei der Angst, um in dem Beispiel zu bleiben, könnte es sein, dass es darum geht, die Bodenhaftung zu behalten. Nun kann es dir auch passieren, dass sich das Gefühl verändert. Vielleicht zeigt sich beispielsweise, dass du erfolgreich werden möchtest, um mehr geliebt zu werden.  Dann überlege genau, ob du die Übung fortsetzen oder mit dem „neuen Gefühl“ von vorne anfangen möchtest.

Frage bitte so lange weiter, bis du Gemeinsamkeiten zwischen den Gefühlen / Persönlichkeitsanteilen erkennst.

Stell dir vor, dass etwas Neues, ein neuer Teil zwischen deinen Händen entsteht. Die beiden ursprünglichen Gefühle verschmelzen zu einem. Führe die Hände an diesem Punkt zusammen. Und anschließend lege Sie an deine Brust.

Übung zum Mitmachen

  1. Setze dich bequem auf einen Stuhl.
  2. Identifiziere zwei widersprüchliche Gefühle.
  3. Lege deine Hände mit den Handflächen nach oben auf deine Schenkel.
  4. Positioniere die beiden Gefühle in deinen Handflächen.
  5. Frage so lange nach ihrem Ziel für dich, bis du Gemeinsamkeiten zwischen ihnen gefunden hast.
  6. Stelle dir einen Teil vor, der zwischen den beiden Gefühlen entsteht und sie in sich vereint.
  7. Führe die Hände zu diesem Teil und dann mit Ihm an deine Brust.

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