Was glaubst du eigentlich, wer du bist?

Was glaubst du eigentlich, wer du bist?

Was glaubst du eigentlich, wer du bist?, war eine Frage, die meine Mutter gerne stellte, wenn irgendetwas schief gelaufen war. Als Kind habe ich die Frage nicht wirklich verstanden. Intuitiv war mir klar, dass ich nicht der war, der ich sein solle.

Unteranderem entstehen so Glaubenssätze über uns und die Welt. Die Frage, Was glaubst du eigentlich, wird du bist?, beantworten wir recht schnell. Meist innerlich und vor allem in der Hinsicht, wer wir nicht sind.

Über Glaubenssätze und wie du mit ihnen umgehen kannst, hatte ich ja bereits geschrieben. Dennoch möchte ich das Thema hier erneut aufgreifen. Für mich ist es der zentrale Punkt, wenn wir in unserem Leben etwas erreichen wollen.

Wie meist, in meinen Beiträgen, findest du praktische Schritte zur Umsetzung am Ende des Artikels. Wenn du direkt dahingehen möchtest, achte auf die Überschrift: „Was du konkret tun kannst“

Etwas Forschung

Albert Bandura gilt als einer der führenden Psychologen des 20´ten Jahrhunderts. Er forschte sehr viel darüber, wie wir lernen. Das soziale Lernen inner- und außerhalb der schulischen Bildung war sein Hauptgebiet. Am bekanntesten ist vielleicht seine Forschung über die Selbstwirksamkeit.

Einer der prägenden Aussage von Albert Bandura, die in diesem Artikel wichtig ist, ist folgende: „Wenn ein Mensch fest an seine Fähigkeiten glaubt, dann sagt das genauer vorher, welche Leistungen er in Zukunft bringen wird, als alles, was er bisher tatsächlich geleistet hat.“

In diesem Zusammenhang sollten wir die Frage, Was glaubst du eigentlich, wer du bist?, eventuell verändern. Was glaubst du eigentlich, wie du bist oder was du kannst? Das Schöne, was wir in Baduras Aussage finden ist, dass wir in der Zukunft (die Morgen beginnt) mehr erreichen können, als wir bisher erreicht haben. Wenn das nur so einfach wäre.

Unser Selbstbild bestimmt unsere Handlungen

Unser Selbstbild bestimmt unsere Handlungen

Ich lernte Robert auf einer Veranstaltung kennen, auf der er einen Vortrag über die Gestaltung von Büroräumen hielt. Wir kamen ins Gespräch. Robert war Anfang 30. In seiner Freizeit gehörte er zu einer Rudermannschaft, was ich ihm deutlich ansehen konnte.

Dafür, dass es sein dritter Vortrag gewesen war, hatte er seine Sache richtig gut gemacht. Auf der Bühne wirkte er locker und begeistert. Ich konnte ihm gut zuhören. Die meisten anderen Anwesenden folgten ihm ebenfalls gespannt.

Er war eindeutig ein Frauenmagnet. Ich wunderte mich auch nicht, dass er auf die verschiedensten Flirtversuche aus der Umgebung nicht reagierte. Ich glaubte, er sei in festen Händen. Später erfuhr ich, dass dem nicht so war. Aus seiner Sicht interessierten sich Frauen nicht für ihn.

Was glaubst du eigentlich, wer du bist?, beantwortete er indirekt. In seinem Beruf war er sehr gut, lebendig und voller Ideen. Im privaten Leben eher schüchtern und uninteressant. So entsteht eine „Selbsterfüllende Prophezeiung“.

Wir sind so viele

Ich meine an dieser Stelle nicht, dass du schizophren bist. Du bist in vielen verschiedenen Rollen unterwegs. Du bist Mutter, Sohn, Freundin, Angestellter …. In allen diesen Rollen bleibst du einem Teil deiner Selbst treu. An verschiedenen Stellen wirst du dich jedoch unterschiedlich verhalten.

Ähnlich wie Robert. In seinem Job stellt er sich auf die Bühne, in seinem Privatleben eher in die hintere Reihe. Wir passen uns der Umgebung an, da Zugehörigkeit und mit ihr die Bindung ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens ist.

Das „wie“ ja sogar „wer“ wir sind, wirkt in unterschiedlichen Umgebungen (Kontexten) anders. Diese Unterschiedlichkeit können wir für uns nutzen. Dazu am Ende des Artikels mehr. Zurück zu unserem gefühlten Selbstbild.

Selbsterfüllende Prophezeiung

Die Selbsterfüllende Prophezeiung ist nichts Magisches. Unser Gehirn versucht so, unser Selbstbild zu schützen. Dies leider auch auf die Gefahr hin, dass uns das Ergebnis selber schadet.

Wie Robert, in meinem Beispiel oben, übersehen wir so die Dinge, die unserer Selbstwahrnehmung entgegensprechen. Ob wir glauben, dass wir schüchtern, hässlich, dumm oder Pechvögel sind, das Streben, unser Selbstbild zu erhalten, wird uns zeigen, dass wir recht haben.

Aussagen wie, „Ich kann nicht zeichnen.“; „Ich habe kein Talent für Sprachen.“; „Ich kann mich nicht organisieren.“, gehören in den gleichen Topf. Auch hier werden wir uns, mit Hilfe unserer Selbsteinschätzung, beweisen, dass diese Vorannahmen stimmen.

Die Antwort auf die Frage; Was glaubst du eigentlich, wer du bist, oder wie du bist, gleicht in ihrer Antwort oftmals einem Naturgesetz. So bin ich und nicht anders. Ich werde auch nie anders sein.

Der Gravitation trotzen

Der Gravitation trotzen

Auf meiner Suche nach einem Lied für einen Facebookbreitrag bin ich über „Defying Gravity“ gestoßen. Hier entstand auch die Idee zu diesem Beitrag. Soweit ich weiß, stammt es aus dem Musical „Wicked“. Einem Märchen. Das Lied und seine Übersetzung findest du am Ende des Artikels.

Nur in einem Märchen, oder in einem Traum, können wir uns den Wirkungen der Naturgesetze widersetzen. Die Forschung der Neuroplastizität zeigt allerdings, dass wir unser Gehirn und damit unsere Selbsteinstellung bis ins hohe Alter verändern können.

Was glaubst du eigentlich, wer du bist?, ist ein Glauben. Es ist keine Tatsache und schon gar kein Naturgesetz. Ich würde dir gerne sagen, dass du alles sein kannst, was du glaubst. Es stimmt übrigens tatsächlich! Leider weiß ich, dass es einfacher gesagt als getan ist. Es braucht vor allen Dingen zwei Zutaten: „Mut und Ausdauer.“

Wenn du plötzlich deinem Selbstbild „widersprichst“, wird sich das komisch anfühlen. Du wirst noch längere Zeit die Bestätigung für dein „Altes Ich“ finden. Unser Unterbewusstsein ist meistens etwas träge. Es hält gerne an dem Altbekannten und damit der Sicherheit fest.

Schließlich möchte es dich und dein Selbstbild schützen. Was glaubst du eigentlich, wer du bist?, ist dann vielleicht eine Frage, die du dir innerlich selber stellst. „Ich bin so viele und so vieles, lass mich einfach mal experimentieren. Ich will doch bloß spielen.“ Ist dann eine Antwort, die ich mir selber gebe.

Was du konkret tun kannst

Was du konkret tun kannst

Die für mich wichtigste Frage an dieser Stelle ist: „Woher weißt du, dass das, was du (über dich) glaubst, stimmt?“ Diese Frage wirst du sicher und zielgerichtet über viele Beispiele beantworten können. Stell sie dir dennoch so oft wie möglich.

Was wäre, wenn die gefundenen Beispiele nur eine Ausnahme währen, auf die du dich bisher konzentriert hast? Könntest du in Wahrheit nicht ganz anders sein? Suche gezielt nach Ausnahmen. Nutze dein Wissen darüber, dass du dich in anderen Rollen anders verhältst.

Spreche auch mit Freunden darüber. Bitte achte dabei darauf, ihnen zu sagen, dass dir dein bisheriges Selbstbild im Wege steht. Deine Freunde werden dich, ansonsten genauso, wie dein Unterbewusstes, vor Schaden bewahren wollen. Sie werden geneigt dazu sein, deine alte Selbstwahrnehmung zu bestätigen.

Hier kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Wenn du dich veränderst, werden deine Freunde dich „neu“ kennen lernen müssen. Genauso wie dein Unterbewusstes haben sie zum Teil Angst vor dieser Veränderung.

Finde auf die Frage, Was glaubst du eigentlich, wer du bist?, immer mehr Antworten und erweitere dein Selbstbild Stück für Stück.

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Ich mach dich selbstbewusst – P. McKenna

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Liedtext

Der Schwerkraft trotzen

Irgendetwas hat sich in mir verändert

Irgendwas ist nicht das Gleiche

Ich habe es satt, nach den Spielregeln

eines anderen zu spielen

Zu spät, um noch einmal darüber nachzudenken

Zu spät, um wieder einzuschlafen

Es ist Zeit meinen Instinkten zu vertrauen

Schließe meine Augen und springe

Es ist Zeit, zu versuchen der Schwerkraft zu trotzen

Ich denke, ich werde versuchen der Schwerkraft zu trotzen

Gib mir einen Abschiedskuss

Ich trotze der Schwerkraft

Und du wirst mich nicht zu Fall bringen

Ich bin fertig damit, Grenzen zu akzeptieren

Nur weil jemand sagt, dass es so ist

Manche Dinge kann ich nicht ändern

Aber bis ich es versuche werde ich es nicht wissen

Zu lange habe ich Angst gehabt, eine

Liebe zu verlieren von der ich dachte, ich hätte sie verloren

Gut, wenn das Liebe ist

Kommt sie zu viel zu hohen Kosten

Ich würde eher der Schwerkraft trotzen

Gib mir einen Abschiedskuss

Ich trotze der Schwerkraft

Ich denke, ich werde versuchen der Schwerkraft zu trotzen

Und du wirst mich nicht zu Fall bringen

Ich würde eher der Schwerkraft trotzen

Gib mir einen Abschiedskuss

Ich trotze der Schwerkraft

Ich denke, ich werde versuchen der Schwerkraft zu trotzen

Und du wirst mich nicht zu Fall bringen

Mich zu Fall bringen, oohhh

 

Quelle

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