Übergänge vom Tag zur Nacht – die „Blaue Stunde“

Übergänge beeinflussen unser Leben

Übergänge prägen unser Leben. Dazu zählen die Übergänge im Leben. Das Kleinkind wird zum Schulkind, zum Jugendlichen und Erwachsen. Wir sind Schüler, arbeiten und gehen in Rente. Beziehungen beginnen und enden in unterschiedlichen Zeitintervallen. All das hat einen Einfluss über uns hinaus. Die Menschen, die uns begleiten, erleben diese Übergänge mit.

Natürliche Übergänge beeinflussen sogar unser Befinden. Wer kennt nicht das Hochgefühl, wenn nach einer langen Regenperiode die Sonne hoch am Himmel steht. Wir haben die Übergänge von Jahreszeiten und obendrein täglich. Nacht und Tag wechseln sich ab. Einer meiner Lieblingsübergänge ist die sogenannte „Blaue Stunde“. Der Zeitraum kurz nach dem Sonnenuntergang.

Persönliche Übergänge

Der Übergang von Ordnung und Chaos spielt ebenfalls eine große Rolle in unserem Leben. Wenn ich meine Woche beispielsweise zu gut strukturiert habe, fehlt mir der Platz für Unerwartetes. Ganz häufig kommt es dann vor, dass das Unerwartete über mich hereinbricht. Das Chaos ist da und ich muss mich wieder neu ordnen. Bis zum nächsten Chaos jedenfalls. 

Eigentlich sollten wir uns also mit dem Thema Übergänge auskennen. Viele persönliche Wechsel bringen uns allerdings richtig in Wallung. Im Positiven, wenn wir uns verlieben. Negativ wird es hauptsächlich, wenn die Übergänge außerhalb unseres Einflusses liegen. Verlust der Arbeit, eine schwere Erkrankung oder der Tod eines geliebten Menschen.  

Wenn wir erleben, dass sich etwas in unserem Leben verändert hat oder wir etwas verändern wollen kommen wir an einen Übergang. Und diese Übergänge können tückisch sein. Wir kommen in einen Engpass. „Das Alte“ ist nicht mehr da oder funktioniert nicht mehr. „Das Neue“ ist noch nicht vorhanden manchmal sogar vollkommen unbekannt. Letzteres ist mit ein Grund, warum Menschen im Unglück verhaftet bleiben. Dieser Notstand ist zu mindestens bekannt. Es ist klar, wie mit ihm umgegangen werden kann.

Zwei prägende Übergänge

Sicherlich gab es in meinem Leben sehr viele prägende Übergänge. Ich habe exemplarisch zwei herausgesucht. Das Erste ist mein Übergang in die Selbstständigkeit. Ein Übergang, der für mich sehr fließend uns angenehm war. Klar gab es Zeiten, in denen ich nicht genau wusste, ob ich genug Aufträge erhalte. 

Diese Bereiche konnte ich überbrücken, indem ich meine freie Zeit nutzte, um an Konzepten zu arbeiten. Ich stellte Kontakte her und, heute würde ich es so nennen, betrieb Marketing. Da ich von meiner Arbeit überzeugt war und dementsprechend selbstbewusst auftrat, bleib der Erfolg nicht aus.

Der andere Übergang traf mich unvorbereitete. Meine zweite große Liebe hat mich an dem Tag verlassen, an dem ich Ihr einen Heiratsantrag machen wollte.  Alle Planungen, Phantasien und Hoffnungen dahin. Ich war wieder allein.

Um mich mit der Situation nicht großartig auseinandersetzen zu müssen, stürzte ich mich in die Arbeit. Das geht als Selbstständiger richtig gut und einfach. Hier habe ich auf die harte Tour gelernt, dass Unabgeschlossenes dazu führt, dass wir nichts Neues beginnen können.

Irgendwann vor dem „absoluten Zusammenbruch“ musste ich mich meinen Strategien der Vermeidung und dem eigentlichen Thema stellen. Es war keine schöne Zeit. Vor allen Dingen meine Anteile an der Trennung anzuschauen, tat weh. Aus den vielen Aufträgen, die sich aus meiner Vermeidung ergaben, kam ich auch nicht so schnell. So brauchte alles sehr viel Zeit. 

Übergänge aushalten

Der Zeitraum zwischen „dem Alten“, das nicht mehr funktioniert und „dem Neuen“ was noch nicht da ist, finde ich ungemein schwierig. Zu mindestens in meiner Rolle als Begleitung von Veränderungsprozessen. Für mich persönlich finde ich es sogar manchmal unerträglich. 

Geduld mit mir zu haben, zählt nicht unbedingt zu meinen Stärken. Schnell möchte ich es weghaben und das Neue soll bitte schon da sein. Leider funktioniert das Leben so nicht. Oder sogar zum Glück. Diese Zeiten erlauben es mir auch, tiefer in mich selber hineinzuhorchen. 

Ich glaube, dass es in diesen Zeiten besonders wichtig ist, bei sich selber zu bleiben. Die Verlockung der schnellen Ablenkung oder Lösung ist groß, aber nicht immer hilfreich. Achtsam mit mir umzugehen und darauf zu vertrauen, dass das Neue sich zeigen wird, hat sich für mich als „Königsweg“ erwiesen, auch wenn viele Steine auf ihm liegen.

Aber wie sagt man so schön: „Wenn Steine auf deinem Weg liegen, kannst du eine Brücke daraus bauen.” Vielleicht eine Brücke zu etwas wirklich phantastischem.  

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