Wie du für dich selber einstehen kannst

Wie du für dich selber einstehen kannst

Für dich selber einstehen bedeutet Verantwortung für dich zu übernehmen! Der Artikel „Zeig deinen Ärger“ war schon ein Schritt in diese Richtung. Lass uns das Ganze nun vertiefen.

Sybille, eine Klientin ärgerte sich, dass ihre Eltern, ihr Mann und ihre Kinder, sie respektlos behandelten. Ihre Eltern regen sich immer nur über die mangelnde Sauberkeit in Ihrer Wohnung auf. Ihr Mann hörte ihr nie wirklich zu. Und die Kinder machten sowieso, was sie wollten. Keiner nahm Rücksicht auf sie und von Respekt fehlte jede Spur.

Nun saß Sybille als kleines Häuflein Elend in ihrem Stuhl. Ich hatte Mitgefühl mit ihr. Schließlich kenne ich ähnliche Situationen ebenso aus meinem Leben. Sie spielte das Opferspiel schon so lange, dass ein Aussteigen für sie sehr schwierig war.

Vielen Menschen geht es ähnlich, wie Sybille. In den Momenten, in denen sie einen klaren Standpunkt vertreten sollten, ziehen sie sich eher zurück. Sie behalten ihre Meinung für sich. Das geht über Jahre, ja sogar Jahrzehnte äußerlich recht gut. Innerlich nagt es an Ihnen.

Wenn es dir ähnlich geht, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, das zu ändern. Steh für dich ein! Beginne jetzt damit!

für dich selber einstehen ist nicht es allen recht zu machen

Der Versuch es allen Recht zu machen

Vor allem Frauen, aber auch viele Männer, versuchen es allen recht zu machen. Der einzige Mensch, den sie dabei ständig übersehen, sind sie selbst. Sie passen sich so an, dass sie fast unsichtbar werden. Damit merkt auch kaum jemand, wenn er sie verletzt. Verletzungen werden ja auch nicht benannt. Für sich selber einstehen kommt ihnen kaum in den Sinn.

Mach dir bitte klar, dass persönliche Verletzungen zum Leben dazugehören. Manche sind sicherlich beabsichtigt. Viele geschehen eher unabsichtlich. Tragischerweise verletzen wir die Menschen, die wir am meisten Lieben gleichzeitig am häufigsten. Hier entstehen viele Spiralen.

Nehmen wir mal an, du hast jemanden unabsichtlich verletzt. Sowas passiert halt. Für den anderen entsteht ein Statusgefälle. Da du ihn verletzt hast, ist es nur fair und gerecht, wenn er dich zurück verletzt. Dieses „zurück verletzen“ fällt dann meist stärker aus. So entsteht ein „wunderbarer“ Kreislauf. Wieviel einfacher wäre es, wenn dein Gegenüber die unabsichtliche Verletzung benannt hätte? Wie sehr bist du bereit deine Verletzungen zu benennen? Für dich selber einstehen beginnt damit, die Dinge zu benennen.

Jetzt möchte ich dir die Frage stellen, die ich auch Sybille gestellt habe: „Was bist du bereit zu tun, damit du die Behandlung erfährst, die du verdienst?“

Für dich selber einstehen und Angst

Für dich selber einstehen und Angst

Auch in diesem Bereich begleiten uns oft Ängste. Die Angst, dass der Andere uns nicht mehr mag. Wir schnell Entschuldigungen und Beschwichtigungen wie etwa: „Sie hat es ja nicht so gemeint.“, anstatt die Situation zu klären. Letztendlich weißt du gar nicht, wie sie es gemeint hat, wenn du die Sache nicht ansprichst.

Die Angst kleinlich zu wirken oder gar die moralische Angst etwas Schlechtes zu tun. Gerade wenn du damit aufgewachsen bist, dich mehr um andere als um dich zu kümmern, schlägt diese Angst durch. Vielleicht hast du von klein auf gelernt, dass deine Bedürfnisse unwichtiger sind, als die von anderen. Das passiert schnell, wenn Eltern selber Schwierigkeiten mit ihrem Leben hatten. Dadurch kommen Kinder in die Situation, sich um ihre Eltern zu kümmern, und die eigenen Bedürfnisse herunterzuspielen. Auch das Thema „Schuld“ spielt eine große Rolle.

Für dich selber einstehen beginnt damit, anzuerkennen, dass du Bedürfnisse hast. An diesen Bedürfnissen ist nichts verkehrt! Für dich selber einstehen ist wichtig. Sobald bei dir moralische Bewertungen über gut oder schlecht auftauchen, hör dir deine inneren Gespräche dazu an. Glaub ihnen aber nicht!

Je nachdem, wie eingespielt dein Muster ist, umso größer wird der Schatten sein, über den du springen solltest. Ach ja, wenn du ausversehen auf den Schatten trittst, hast du noch einen zweiten, dritten …  Sprung vor dir. Lass uns jetzt anschauen, wie du vorgehen kannst, wenn du Dinge zur Sprache bringst.

Für dich selber einstehen – Dinge ansprechen

Für dich selber einstehen – Dinge ansprechen

Steig nicht mit einer Entschuldigung ein

Für dich selber einstehen, bedeutet festzubleiben. Wenn du mit einer Entschuldigung wie „Es tut mir leid, dass ich diese Situation jetzt anspreche.“, oder, „Entschuldigen sie bitte, aber ….“. Wenn du mit einer Entschuldigung einsteigst, machst du dein Anliegen und dich selber klein. Beides ist weder nötig noch sinnvoll.

Du darfst für dich selber einstehen und bist dafür keine Rechenschaft schuldig!

Bleib in der Situation

Manchmal warten wir zu lange um Verletzungen, Ärger oder unangenehme Gefühle anzusprechen. Irgendwann kommt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ähnlich wie Sybille reagieren wir dann mit Worten wie „immer“ oder „nie“.

„Du hast nie Zeit für mich.“ „Du macht immer was du willst.“ Solche Verallgemeinerungen stimmen nicht und Verletzen. Dein Gesprächspartner macht dicht. Das Gespräch ist damit schon gelaufen, bevor es angefangen hat.

Für dich selber einstehen, bezieht sich auf eine bestimmte Situation. Sprich diese Situation an und vermeide es in eine Generalabrechnung zu verfallen. Was hat dir an der konkreten Situation missfallen? Welche deine Bedürfnisse wurden nicht befriedigt? Was hättest du erwartet? …

Bleib bei dir

Sprich über dich und deine Gefühle. In der Fachsprache nennt man das „Ich-Botschaften“. Sage also beispielsweise „Ich mache mir Sorgen, wenn ich so lange auf dich warte.“, statt, „Du kommst ständig zu spät.“ „Ich fühle mich zurückgesetzt, wenn du nur arbeitest.“, satt, „Du hast nie Zeit für mich.“

Für dich selber einstehen bedeutet, über dich zu sprechen. Sprich auch über deine Gefühle. Lass hier keine Wertungen des anderen zu. Deine Gefühle sind die, die sie gerade sind. Gerade, wenn du bisher eher zurückhalten mit dem Einstehen für dich warst, kommt es oftmals zu solchen Wertungen.

„Stell dich nicht so an.“ „Was du immer denkst.“ „Du bist doch kein Kind mehr.“ … Sollte dein Gegenüber in Wertungen verfallen, führe ihn zurück. „Mir ist klar, dass man es auch anders sehen kann, aber im Moment fühlt sich die Situation für mich so an. Darüber möchte ich jetzt mit dir sprechen.“

Sag auch, was du willst

„Ich möchte, dass du dir jetzt die Zeit für mich nimmst.“ „Ich möchte den Geschäftsführer sprechen.“ Je präziser du deine Wünsche und Bedürfnisse anspricht, umso einfacher kannst du sie durchsetzen.

Viele Menschen verfallen in diesem Punkt in ein „was sie nicht wollen“ Programm. Das wird dir nicht weiterhelfen. Zu sagen, was du nicht willst um zu bekommen was du willst, ist recht mühsam. Negationen sind ein sehr steiniger Weg zum Ziel.

Wenn du zum Beispiel von einem Freund zu einem Wein eingeladen wirst und du sagst „ich möchte keinen Wein, kann der Ratespaß beginnen. „Apfelschorle … Nein Danke.“ „Aperol-Spritz … Nein Danke.“ „Aprikosennektar … Nein Danke.“ … „Bananenweizen … Nein Danke.“ … … … Ich denke, du verstehst, was ich meine. Sag, was du trinken möchtest.

Für dich selber einstehen bedeutet präzise zu sein. Vage Fragen oder Aussagen wie, „Hättest du eventuell mal Zeit für ein Gespräch?“ oder „Ich bin mit ihrer Verkaufstaktik nicht ganz einverstanden.“, bringen nichts. Sie werden schnell überhört oder sie sind Einladungen dich klein zu machen.

Gegeben Falls geht es um Konsequenzen

Wenn es darum geht, Konsequenzen deutlich zu machen ist eines ganz wichtig: „Wenn du Konsequenzen ankündigst, solltest du sie auch einhalten. Kannst du sie nicht einhalten, kündige sie erst gar nicht an!“

Konsequenzen gehen in beide Richtungen. Positiv oder negativ. Ich würde dir vorschlagen, wenn möglich erst einmal die Vorteile aufzuzeigen. „Wenn wir uns bei der Reklamation einigen, haben Sie in mir sicherlich einen guten Führsprecher gewonnen.“

Manchmal reicht das nicht aus. Dann geht es durchaus auch in die negativen Konsequenzen: „Wenn ich bei Ihnen kein Gehör finde, verlieren Sie mich als Kunden und darüber hinaus werde ich die Situation auch öffentlich darstellen.“

Egal, ob positive oder negative Konsequenz, denk daran respektvoll zu bleiben. Den Respekt, gerade den in schwierigen Gesprächssituationen, den du anderen entgegenbringst, fällt positiv auf dich zurück.

Ich wünsche dir viel Mut und Erfolg auf deinem Weg. Du bist es wert, für dich selber einzustehen!

Hier kommst du zur Übersicht der Artikel in diesem Blog.

 

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2 comments on “Wie du für dich selber einstehen kannst

  1. Man lernt viel über sich selbst ,sich zur achten ,sich zu verstehen, andere zu verstehen zu lieben und persönlich rechte für sich und andere .verhalten wird groß geschrieben .

  2. Hallo David,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Leider ist der Link, der mit deinem Namen verbunden war – eventuell deine Webseite – nicht vorhanden gewesen und musste gelöscht werden. Du kannst Ihn gerne erneut eingeben.

    Ich glaube, dass jeder Kontakt zuerst mit einem guten Selbstkontakt beginnt. Wenn ich in einem guten Kontakt zu mir selbst stehe, fällt es mir leichter eigene Grenzen und die Grenzen anderer zu erkennen.
    Lieben Gruß

    Peter

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