Beziehungen: Freunde waren früher Fremde

Beziehungen: Freunde waren früher Fremde

Menschen sind Beziehungswesen. Gerade in den ersten Lebensjahren können wir ohne Beziehungen nicht überleben. Aber auch später, als erwachsene Menschen brauchen wir Beziehungen. Neben der Familie sind unsere Freunde sicherlich der wichtigste Anker in dieser Welt.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien über die Zusammenhänge zwischen Beziehungen und Gesundheit. Kurz gefasst besagen alle, dass wir umso gesünder sind, je mehr soziale Kontakte uns begleiten. Leider ist es gleichsam so, dass die Einsamkeitsrate in Deutschland rapide ansteigt.

Zeit sich um das Thema Beziehungen und Freunde nochmals ausführlich zu kümmern. Wie bereits die Überschrift sagt waren Freunde, bevor wir sie das erste Mal trafen vollkommene Fremde für uns. Irgendwie haben wir den Schritt über die Bekanntschaft zur Freundschaft dann aber doch geschafft.

Vielleicht erinnerst du dich noch bei dem ein oder anderen Freund, wie dieser Schritt verlaufen ist. Bei mir waren es manchmal schleichende Schritte. Dann gab es Freundschaften, die sehr ungewöhnlich begannen. Eine fing sogar mit einer handfesten Auseinandersetzung an.

Wie dem auch sei, und wie deine Freundschaften zurzeit aussehen. Ich finde, dass man nie genug Freunde haben kann. Doch wie schaffen wir es auf bisher unbekannte Personen zuzugehen, ihnen (und uns) die Befangenheit zu nehmen und einen guten Draht zu ihnen zu entwickeln?

Beziehungen – ein 11-Punkte-Plan

Ich möchte dir einen 11-Punkte-Plan vorstellen, den du nutzen kannst, um neue Beziehungen aufzubauen. Doch Vorsicht! Alleine durch das Lesen dieses Artikels wirst du keine neuen Menschen kennenlernen. Du must die Punkte schon anwenden.

Dafür braucht es etwas Mut. Ich muss gestehen, ich weiß nicht, ob ich es bereits in einem Artikel geschrieben habe. Ich will dir ganz kurz meinen Weg aus einer sehr hohen Schüchternheit darstellen.

Mein erster Schritt aus der Schüchternheit begann damit, dass ich in der Fußgängerzone Menschen nach der Uhrzeit gefragt habe. Das war damals eine echte Überwindung für mich. Der zweite Schritt bestand darin, aus dem Fragen nach der Uhrzeit noch ein bis zwei Sätze mehr zu sagen. Du glaubst gar nicht, wie viel super Ausreden ich gefunden habe, um mein Vorhaben auf Morgen zu verschieben.

Letztendlich habe ich es geschafft. Und, ganz ehrlich, wenn ich das, mit meinen damaligen Vorgaben, geschafft habe, schaffst du das auch. Solltest du ein eher zurückhaltender Mensch sein, nimm dir Zeit, überfordere dich nicht, aber geh deinen Weg konstant weiter. Es lohnt sich.

Ausstrahlung

Ausstrahlung

Wir alle fühlen uns zu Menschen mit einer positiven Ausstrahlung hingezogen. Vielen sind der Meinung, dass man entweder eine gute Ausstrahlung hat, oder eben nicht. Ich sehe das deutlich anders. Auf deine Ausstrahlung hast du viel mehr Einfluss, als du vielleicht glaubst.

Fangen wir mal im Vorfeld an und gehen davon aus, dass du jemanden (wen auch immer) kennenlernen möchtest. Du bist noch zuhause. Achte darauf, dass du Kleidung anziehst, in der du dich wohl fühlst. Diesen Gedanken solltest du bereits bei der Wahl deiner Unterwäsche berücksichtigen.

Als nächsten Schritt kannst du dich mental einstellen. Vielleicht schon beim Anziehen. Wen könntest du treffen? Wie schön und mühelos entwickelt sich ein Gespräch? Wer könnte dir noch begegnen? Mit solchen Gedanken machst du dich gedanklich freier.

Bring dich in eine gute Stimmung. Mir hilft dabei Musik. (Das geht auch im Auto.) Ich kenne andere, die noch einen Schritt vor dem Anziehen ein Bad nehmen, ihren Lieblingskaffee trinken oder noch ein paar Gedichte lesen. Die Wahl liegt bei dir. Vielleicht ist es auch ein Duft, der dich aufbaut. Egal was es ist, unternimm etwas, was dir guttut.

Am Ort des Geschehens angekommen, achte auf eine offene Körperhaltung. Die Arme neben dem Körper, beim Stehen a) Gerade mit erhobenen Kopf und b) beide Füße schulterbreit auf dem Boden. Apropos Füße, verschiedene Studien haben gezeigt, dass es günstig ist, wenn die Füße in Richtung der Person zeigen, die du ansprechen möchtest. (Falls es schon eine Wahl gibt.)

Wenn ich sehr aufgeregt bin, hilft es mir manchmal, mir ein Getränk zu besorgen, an dem ich mich festhalten kann.

Blickkontakt

Der Blickkontakt ist der Anfang von allem. Es ist das erste, was passiert, wenn wir zu jemand anderes Kontakt aufnehmen. Viele Menschen behaupten, dass sie in den Augen ihres Gegenübers erkennen können, ob er freundliche Absichten hat. So ganz unrecht haben sie mit der Behauptung nicht.

Geschäfte kommen eher zum Abschluss, wenn die beteiligten Personen einen guten Blickkontakt zueinander haben. Streitigkeiten werden schneller beigelegt, wenn wir in einem Blickkontakt stehen. Blicke scheinen uns zu beruhigen, wenn sie von freundlicher Natur sind.

Ein Gedanke zur Abwehr. Manchmal geht es dir vielleicht auch so, dass du einen anderen Menschen auf den ersten Blick unsympathisch findest. Anderen wird es mit dir leider ähnlich gehen. Das hat allerdings gar nichts mit dir zu tun.

Dich kennt der Andere ja überhaupt noch nicht. Vielmehr ist es so, dass wir auf vergangene Beziehungen zurückschauen und diese verallgemeinern. Es kann sein, dass dich jemand ablehnt, weil er schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, die eine Brille oder ein rotes Hemd tragen.

Schon bevor du deinen Mund aufmachst, hängst du in einer Übertragung, von der du noch nicht mal etwas ahnst (ahnen kannst). Das ist menschlich. Nimm es nicht persönlich. Wie gesagt, es hat nicht das Geringste mit dir zu tun.

Einfach lächeln

Einfach lächeln

Selbst, wenn Menschen wissen, dass sie sich in einem Testprogramm befinden, wirkt lächeln ansteckend. Wenn wir Fotos von Personen sehen, die Lächeln oder gar Lachen hat das eine Auswirkung auf unsere Gesichtsmuskeln. Lächeln ist ansteckend.

Du kannst ein Lächeln auch sehr gezielt einsetzen. Wenn du zuerst einen neutralen Gesichtsausdruck hast und dann, wenn du auf jemand anderes zugehst, lächelst, fühlt sich der angelächelte gemeint. Das wird deine Wirkung deutlich erhöhen.

Sei humorvoll

Bau deinen Sinn für Humor aus. Das kann dir gut gelingen, wenn du dir zwischendurch immer mal wieder zeit nimmst und Anekdoten deines Lebens, der Woche oder des Tages aufschreibst. Damit wirst du auch sprachlich gewinnen.

Manche Redewendungen darfst du dir auch einfach bei anderen „klauen“. Elvis sagte zum Beispiel immer mal wieder „Nennen Sie mich nicht Herr Presley. Das war mein Vater.“ Mittlerweile hört man diese Aussage sehr häufig.

Schreib dir gute Ideen auf und mach sie zu deinen.

Sprich die Person mit Namen an

Selbst wenn du auf einer sehr lauten Party bist und am anderen Ende des Raumes jemand einen Namen ausspricht, wirst du es höchstwahrscheinlich bemerken. Unsere Individualität ist stark mit unserem Namen verbunden. Deswegen reagieren wir sofort, wenn wir ihn hören, selbst dann, wenn wir gar nicht gemeint sind.

Wenn du eine fremde Person nach Ihrem Namen fragst und ihn dann auch gebrauchst, schaffst du einen enormen Vertrauensvorschuss. In der Nennung des Namens steckt eine persönliche Verbindung. Hinzu kommt noch, dass der andere sich wertgeschätzt fühlt, wenn wir seinen Namen aussprechen.

Mach ein Kompliment

Aus meiner Sicht gibt es nichts Schöneres als ein ehrliches Kompliment. Positive Bestätigung tut einfach gut. Sie lässt ein gutes Gefühl in uns entstehen und hilft ein Gespräch in Gang zu bringen.

Falsche Schmeichelei wird meist sehr schnell enttarnt und bewirk dann genau das Gegenteil. Ein ehrliches und „gutes“ Kompliment schafft einen Zusammenhang zwischen dem Gegenstand des Komplimentes und der Person, der wir es geben.

„Der Anzug steht Ihnen gut. Damit wirken Sie sehr vertrauenswürdig.“ Männer reagieren meist etwas verzögert auf Komplimente, die ihre Kleidung betreffen. Ich glaube, dass es daran liegt, dass es nicht so häufig vorkommt.

Suche nach Gemeinsamkeiten

Suche nach Gemeinsamkeiten

Gemeinsamkeiten geben uns das Gefühl von Vertrautheit. Gleichzeitig eröffnen sie ein Gesprächsthema, das sich meist gut ausbauen lässt. Auch aus dem Grund habe ich schon des Öfteren empfohlen, immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren.

Je mehr unterschiedliche Erfahrungen du gemacht hast, umso mehr kannst du von diesen Erlebnissen erzählen. Gleichzeitig erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass du Gemeinsamkeiten mit anderen Personen hast.

Spiegeln mit bedacht

Wenn wir in einem guten Gespräch sind, spiegeln wir die Körperhaltung des Gegenübers automatisch. Am schönsten ist das bei frisch verliebten Paaren, im Restaurant, zu sehen. Sie greifen zeitgleich zum Getränk, essen meist im gleichen Takt und, wenn du genau hinschaust wirst du auch den gleichen Atemrhythmus erkennen.

Spiegeln kannst du gut mit der Arm- und Beinposition. Achte jedoch darauf, dass es nicht zu offensichtlich passiert. Lass dir etwas Zeit. Mit etwas Übung kannst du auch den Sprechrhythmus und die Tonlage spiegeln. Was auf jeden Fall hilft, ist, häufig gebrauchte Wörter deines Gegenübers, selber zu verwenden.

Leichte Berührungen

Leichte Berührungen, am Arm oder an der Schulter regen die Produktion des sogenannten Liebeshormons Oxytocin an. Das Einsortieren dieses Hormons in die „Liebesschublade“ ist etwas einengend.

Das Hormon wird ebenso in innigen Freundschaften produziert. Achte bei den Berührungen jedoch darauf, dass du nicht übertreibst. Auch das wirkt abstoßend.

Das Getränk

Jemanden ein Getränk mitzubringen oder anzubieten ist erst einmal eine wunderbare Geste. Sehr gut ist es, wenn wir unserem Gegenüber ein warmes Getränk anbieten. Wenn wir ein warmes Getränk in den Händen halten, schätzen wir unser Gegenüber eher als warmherzig und großzügig ein.

Ich nutze diesen Trick übrigens auch schon mal gerne für mich selber. In Vermittlungsgesprächen sehe ich zu, dass ich immer einen Kaffee in der Hand habe. Zum einen beruhigt mich die Wärme und zum anderen hat es aus den oben geschilderten Gründen Auswirkungen auf den Umgang mit meinem Gegenüber.

Hier geht es zur Übersicht für diesen Blog.

Weiterlesen

Der gute Psychopath in dir – K. Dutton, A. McNab

Charisma – J. Sobainsky

Schüchtern war gestern – P. Wüst

Erfolg Lacht – J. Vogler

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