Die andere Seite der Angst

Wir nehmen Angst oft, als ein Gefühl war, das uns beeinträchtigt. Die Angst, die uns lähmt, bestimmte Dinge zu tun oder zu lassen. Das hat sicherlich seine Berechtigung. Dennoch hat die Angst ebenso eine wichtige Funktion in unserem Leben. Darum soll es jetzt gehen.

Vor ein paar Jahren war ich für ein paar Tage in Antalya. Eines Abends ging ich gedankenversunken durch die Stadt. Irgendwann, nach wie vor meinen Gedanken nachhängend, spürte ich ein enormes Unwohlsein im Bauch. Ich bekam Angst.

Ich schaue mich um und entdeckte, dass ich in einem ziemlich entlegenen Teil der Stadt befand. Mein Angstgefühl wurde stärker.  Ich konnte weder einen anderen Menschen sehen noch hören. Ich schaute mich um und nahm den direktesten Weg zur Hauptstraße.

Glücklich wieder am Hotel angekommen ärgerte ich mich ein wenig über mich. Was hatte ich mir da nur eingebildet. Ich unterhielt mich noch mit dem Barmann über die Situation und ging ins Bett. Am nächsten Abend winkte mich der Barmann zu sich. Er erzählte mir, dass ich sehr viel Glück gehabt hätte. Genau in diesem Stadtteil hatte es an dem Abend drei schwere Überfälle auf Touristen geben.

Die Angst im Blick behalten

Seit dieser Zeit achte ich verstärkt auf mein Angstgefühl. Ich glaube, dass es mir seit dieser Zeit sehr hilfreich war. Vor allen Dingen, wenn ich beruflich in sozialen Bernpunkten unterwegs war oder mit gefährlichen Menschen zu tun hatte.

Angst ist lebensnotwendig. In Bereichen, in denen wir keine Angst haben, werden wir unvorsichtig. Ich habe auch schon mit Kindern gearbeitet, die kein Angstgefühl kannten. Ein Großteil der Arbeit fand im Krankenhaus statt. 

Das Problem mit der Angst ist, dass durchaus Situationen die nicht bedrohlich für unsere Gesundheit sind, ähnliche Gefühle auslösen können. Als Beispiel sei hier die Angst davor, eine Rede zu halten. Laut Statistiken ist es die zweitgrößte Angst der Deutschen. Sie rangiert hinter dar Angst vor dem Sterben. Bei der Angst vor eine Rede glaube ich eher nicht, dass unsere Gesundheit in einer wirklichen Gefahr ist.

Doch zurück zur gerechtfertigten Angst. Ich weiß nicht genau, was die Angst, damals in Antalya bei mir ausgelöst hat. Vielleicht habe ich unterbewusst einen Schatten oder ein Geräusch wahrgenommen. Eventuell war es auch zu ruhig gewesen. Wie auch immer.

Den größten Teil der Sinneseindrücke nehmen wir unbewusst wahr. Unser Bewusstsein filtert die heraus, die es für wichtig empfindet. Mit aus diesem Grund halte ich es für wichtig, auf die Gefühle zu achten. Wie in meinem Fall kann es Not-wendig sein, sie für sich zu nutzen.

Und du?

Wie achtest du auf deine Gefühle? Nutzt du sie für dich, oder verschiebst du sie? Was kann dir helfen, die wichtige Angst von der, die dich einfach nur lähmt zu unterscheiden?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.