Die (heimliche) Kraft der Worte

Die (heimliche) Kraft der Worte

Ich hatte das Thema – Kraft der Worte – in meinem Artikel über die Komfortzone angesprochen. Marschal Rosenberg drückte es so aus: „Worte können Fenster sein oder Mauern.“ Die Kraft der Worte liegt in ihrer Anwendung.

Worte erzeugen Bilder in uns, auch wenn du diese Bilder vielleicht nicht bemerkst. Die Kraft der Worte liegt genau in diesen Bildern. Sie können dich unterstützen oder dich bremsen.

Die Kraft der Worte kann dir bei zwei Dingen helfen. Das wesentlichere der beiden ist, dass du für dich eine bessere Wirkung erzielst. Du bist mehr bei dir und kannst deinen Weg einfacher fortführen. Oftmals kann die Kraft der Worte dir sogar helfen, aus einer Opferrolle herauszukommen.

Wenn du die Kraft der Worte nutzt, wirst du gleichzeitig auf andere anziehender wirken. Wir alle mögen Menschen, die hinter dem stehen, was sie tun. Die Kraft der Worte unterstützt dich, dieses nach außen zu bringen.

Ich werde die Kraft der Worte beispielhaft erklären. Am Ende des Artikels werde ich Sie in einer Tabelle darstellen. Diese Tabelle kannst du dir gerne kopieren und ausdrucken. Da wir uns eine Wortwahl angewöhnt haben, brauchen wir etwas Übung um uns umzugewöhnen.

Als kleines Beispiel, hier schon mal das Wort „Eigentlich“. „Eigentlich wollte ich heute dies oder jenes machen.“ „Eigentlich war es ganz schön.“ „Eigentlich hätte es fertig sein sollen.“ Das Wort „Eigentlich“ grenzt ein. Es nimmt die Kraft aus der Aussage. Bei meinen Klienten frage ich dann immer „Und uneigentlich?“. Wenn sie mich schon länger kennen, erkennen sie die Frage an meinem Blick. Wie oft verwendest du „Eigentlich“?

Um die Kraft der Worte zu nutzen, solltest du sie dir möglichst oft anschauen.

Kraft der Worte zu Möglichkeiten

Ich kann nicht

Diese Aussage bringt dich in eine ausweglose Situation. Irgendeine äußere Macht hält dich von dem ab, was zu tun wäre. Dein Unterbewusstsein registriert deine Schwäche und speichert sie ab. „Ich kann nicht“ wird auch gerne benutzt, um an uns herangetragene Anfragen zu umgehen.

„Ich kann heute nicht mit ins Kino gehen, weil ich morgen früh aufstehen muss.“ Der Stellenwert von dem, was Morgen zu tun ist, ist höher, als der mit ins Kino zu gehen. Eine andere Aussage wäre hier dienlicher. „Ich will morgen früh aufstehen, daher gehe ich heute früher ins Bett. Ich komme gerne ein andermal mit euch ins Kino.“

Ändere „ich kann nicht“ in „ich will nicht“. Das ist auch ehrlicher.  

Ich opfere mich auf

Ich opfere mich für meine Familie, meine Arbeit, unser Haus, meine Eltern … auf. Diese Aussage bringt dich in eine Opferrolle. Gleichzeitig macht sie aus den Anderen, wer auch immer das ist, Täter. Das möchte keiner.

Sei dir bewusst, dass du die Entscheidung triffst. Wenn du dich tatsächlich als Opfer fühlst, solltest du darüber mit den betreffenden Menschen sprechen und die Situation gemeinsam mit Ihnen verändern.

Sag besser, ich bin gerne für … da.

Entschuldigung …

„Entschuldigung, haben Sie gerade Zeit für mich?“ oder „…, können Sie mir sagen, wo ich die Marke soundso finde?“ Eine Entschuldigung beinhaltet, dass jemand Schuld an etwas hat. In einer solchen Situation gibt es allerdings niemanden, der Schuld auf sich geladen hat.

Sag besser, was du möchtest und lass die Floskel Entschuldigung weg.

Wenn du dich wirklich für etwas entschuldigen möchtest, beschreibe bitte die Situation. Sag, an welcher Stelle du dich besser anders verhalten hättest und wie du ähnliche Handlungen in Zukunft vermeiden könntest. Auch hier kannst du das Wort „Entschuldigung“ getrost weglassen.

Kraft der Worte und Schuld

Das habe ich nicht schlecht gemacht

Doppelte Verneinungen also „nicht“ und „schlecht“ machen dich klein. Manchmal beinhalten sie die Suche nach einem Kompliment. Geleizeitig wertest du dich und dein Handeln damit ab. Das hast du nicht nötig! Gleiches gilt natürlich auch, wenn deine Aussage auf eine andere Person hindeutet.

Es ist durchweg besser, wenn du die Dinge positiv benennst. Sag also bitte: Das habe ich gut gemacht!

Ich sollte

Ich sollte mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, ruhiger bleiben …. „Ich sollte“, hat immer etwas Verpflichtendes. Oftmals zeigt es Glaubenssätze an, die wir von anderen Übernommen haben. Leider schwingt die Schuld ebenfalls mit.

Wenn ich mir die Dinge anschaue, die ich alle tun sollte, weckt das Erschöpfung und ungute Gefühle. „Ich sollte“ beinhaltet wenig Wahlfreiheit. Ersetze bitte „ich sollte“ durch „ich könnte“. Damit schaffst du dir einen Freiraum

Ich bin enttäuscht

Eine Enttäuschung ist das Ende einer Täuschung. Besonders schwierig finde ich die Formulierung in Bezug auf andere Personen. „Ich bin enttäuscht von dir.“ Diese Aussage beinhaltet, zumindest auf der unbewussten Ebene, dass der andere uns getäuscht hat. Eventuell sogar mit Absicht.

Gleichzeitig bringen Enttäuschungen uns in eine negative Gedankenspirale. Ich glaube, dass es wichtig ist, Situationen klar zu benennen. Dann bist du eher in der Lage, sie zu verändern. Hier kann dir die Formulierung, „Die Situation ist anders, als ich sie erwartet habe“, helfen.

Irgendwie schaffe ich das schon

„Irgendwie“ und „schon“ nehmen dir die Zuversicht und machen dich klein. Ich erlebe diese Aussage recht häufig als verdeckte Bitte um Hilfe. Wenn du dich allerdings klein machst, ist es meist schwieriger Unterstützer zu finden.

Sag ganz klar und deutlich: „Ich schaffe das.“ Wenn du Unterstützung brauchst, benenne das ruhig. Die meisten Menschen sind sehr hilfsbereit, wenn du sie darum bittest. „Ich schaffe das. Ich könnte dabei deine Unterstützung gebrauchen.“

Kraft der Worte – Überblick

Statt Sage besser
Ich kann nicht. Ich will nicht.
Ich opfre mich auf. Ich bin gerne da.
Entschuldigung, … Sag was du möchtest.
Das habe ich nicht schlecht gemacht! Das habe ich gut gemacht!
Ich sollte Ich könnte
Ich bin enttäuscht. Die Situation ist anders, als ich sie erwartet habe.
Irgendwie schaffe ich das schon. Ich schaffe das.

Kurzes Nach- Kraft der Worte

Da es noch deutlich mehr Redewendungen und Worte gibt, die uns schwächen, werde ich den Artikel zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen.

Wenn du die Kraft der Worte für dich nutzen möchtest, solltest du dir die Liste abschreiben und so aufhängen, dass du sie öfters siehst. Ich weiß, dass ich es schon einmal geschrieben habe, aber es ist wichtig! Viele Redewendungen und Worte haben sich schon so eingeprägt, dass wir sie automatisch verwenden. Dann muss man, und du, wenn du möchtest, schon gezielt anders sprechen.

Sollte dir der Artikel gefallen haben, empfehle ihn doch bitte weiter, damit auch andere ihren Gewinn daraus ziehen können.

Weiterlesen

In der Sprache liegt die Kraft – M. R. von Scheurl-Defersdorf

Meine Sprache und Ich – T. von Stockert, M. R. von Scheurl-Defersdorf

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