deinen Ängsten stellen

Einfach deinen Ängsten stellen und wachsen

Ich hatte bereits einen Artikel über die „Grundformen der Angst“ geschrieben. In den letzten Tagen beschäftigte mich das Thema Angst nochmals persönlich. Das liegt zum einen daran, dass gerade Halloween war. Dabei geht es ebenfalls um das Thema Angst. Zum anderen bin ich meinen persönlichen, kleinen Ängsten wieder einmal mehr begegnet.

Um den Umgang mit den kleinen Ängsten soll es im Folgendem gehen. Meine Vorschläge, wie du mit diesen Ängsten umgehen kannst, beziehen sich ausdrücklich auf das Wort „klein“. Wenn du ein starkes, permanentes Angstgefühl oder sogar Panikattacken hast, hole dir bitte umgehend Unterstützung bei einem Fachmann oder einer Fachfrau.

Doch jetzt lass uns die Angst an sich genauer anschauen.

Ängste machen Sinn, z.B. im Verkehr

Angst macht Sinn

Stell dir einmal vor, du gehst gerade zum Einkaufen. Du kennst die Strecke gut und bis gedanklich mit der Einkaufsliste beschäftigt. Plötzlich hörst du ein Hupen und quietschende Reifen. Du bist sofort hellwach und scannst in Sekundenbruchteilen deine Umgebung. Dein Puls erhöht sich und der Körper schüttet Adrenalin aus. Das ebenfalls alles in den Buchteilen einer Sekunde. In der Not würdest du jetzt wahrscheinlich die 100 Meter unter 10 Sekunden laufen können.

Das alles ist eine Funktion der Angst. Du wirst wacher und aufmerksamer. Dein Körper und dein Gehirn laufen auf Hochtouren. Dadurch bist du in Gefahrensituationen handlungsfähig. Alle Kraftreserven werden mobilisiert. In solchen Momenten ist die Angst überlebenswichtig.

Angst ist ein sehr altes Gefühl

Zu Zeiten, in denen unsere Vorfahren noch in Höhlen wohnten und in Steppen unterwegs waren, hat die Angst manchem das Leben gerettet. Wer Angst vor dem Säbelzahntiger hatte, auch wenn keiner da war, hat eher überlebt, als der Furchtlose. Aus dieser Zeit resultiert auch die Weiterentwicklung von Ängsten in der menschlichen Spezies.

Angstgefühle konnten und können gefährliche Situationen vorwegnehmen. Wir kommen gar nicht erst in den Bereich der Gefahr hinein. Auch das macht Sinn! Es bewahrt dich davor, bewusst oder unbewusst in Gefahrensituationen zu geraten. Sei es im Straßenverkehr oder im Umgang mit gewaltbereiten Menschen. Heute ist es halt nicht mehr das Reich des Säbelzahntigers, welches wir umgehen wollen.

Wir sind umgeben von Ängsten

Jetzt kommen wir zu den Schattenseiten. Unsere Nachrichten sind voll von Unglücken, Katastrophe oder anderen angstmachenden Bildern. Schließlich sind nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten. Politische Gruppierungen nutzen Ängste aus, um für ihre Sache Kapital daraus zu schlagen und puschen sie noch ein wenig höher.

Hinzu kommt, dass über die Nachrichten hinaus, pro Stunde vier bis fünf schwere Gewalttaten im Fernsehen dargestellt werden. Die Rate dieser Gewaltverbrechen in Serien und Filmen steigt ständig.

Ängste im Medienkonsum

Natürlich sind das nur fiktive Taten, die der Unterhaltung dienen, aber auch sie halten Einzug in unser Unbewusstes und erhöhen unsere Ängste. Durch die Ängste wird auch der Adrenalinspiegel erhöht. Da führt zu einer höheren Aggressivität. Sicherlich kennst du den Begriff des „Angstbeißers“. Auf den Bereich der Aggressivität und ihrer Auswirkung möchte ich hier nicht näher eingehen.

Diese Anhäufung von Ängsten hat eine Auswirkung auf uns und unser Verhalten. Zum einen stehen wir sehr häufig unter einer Daueranspannung. Das führt durchaus zu körperlichen Beschwerden.

Angst wirkt sich körperlich aus

Wie bereits gesagt, erhöht Angst unsere geistige und körperliche Alarmbereitschaft. Da wir von vielen Ängsten umgeben sind, führt das zu einer Dauerbelastung. Diese Belastung bezeichnen wir mit dem Begriff, Stress.

Durch die hohe Belastung des Körpers kann es zu einer „Schockstarre“ kommen. Hier ist das sprichwörtliche „Kaninchen vor der Schlange“ gemeint. Wir fixieren uns auf den Gegenstand unserer Angst und sind kaum noch handlungsbereit.

Angst schnürt uns auch teilweise die Kehle zu. Wir bekommen einen trockenen Mund und sind kaum in der Lage uns zu äußern.

Leider ist es so, dass sich unsere Ängste verfestigen und damit den Körper längere Zeit unter Stress setzen. Dieser Stress führt zu neuen Ängsten und eine Spirale setzt ein. Eine dauerhafte Angst kann zum sozialen Rückzug führen.

Der Umgang mit Ängsten

Angst ist etwas, was wir vermeiden wollen. Wenn sie auftaucht, versuchen wir sie zu verdrängen. Manch einer greift zum Alkohol. Das Problem an dieser Lösung ist, dass Ängste schwimmen können. Will sagen: Je mehr wir versuchen eine Angst zu verdrängen umso größer und stärker wird sie. Hierbei geht es um die Verdrängung jedweder Art. Wenn wir die Angst angehen, wird sie meist kleiner oder verschwindet sogar. Dazu gleich mehr.

Der Umgang mit Ängsten ist erlernt. Vor allem Männer wurden dazu erzogen, keine Angst zu zeigen. Das Ansprechen oder Aufzeigen von Ängsten führte oft zur Ausgrenzung, Hohn und Spott. Aber auch Frauen sollten die Angst nicht an sich heranlassen, sondern über ihr stehen.

Dabei ist der Austausch mit anderen mehr als nur hilfreich! Ängste engen unseren Blick ein. Andere Menschen können uns helfen einen Weg zu sehen, wo wir nur unpassierbaren Schotter wahrnehmen.

Doch nun, von den Hintergründen der Angst zu unseren kleinen, alltäglichen Ängsten.

Von alltäglichen Ängsten

Als Beispiel möchte ich das erste Kennenlernen einer neuen Person nehmen. Wie viele Gedanken kreisen darum, wie uns diese Person wohl finden wird? Steht mir das Kleid? Passt der Anzug zur Gelegenheit? Bin ich zu langweilig? … Das sind schon die kleinen Ängste in diesem Bereich.

In anderen Bereichen ist es nicht anders. Bin ich nicht schon zu alt, noch zu jung dafür? Hoffentlich merkt keiner, wie nervös ich bin! Heute steht ein Mitarbeitergespräch an. Was wird dabei wohl passieren? Kann ich mit dem neuen Handy überhaupt umgehen? ….

Wir alle kennen diese kleinen, alltäglichen Ängste. Sie scheinen uns oftmals selbst so lächerlich, dass wir uns schämen über sie zu reden. Und nochmal, wir alle kennen sie! Ich habe oft ein Aufatmen vernommen, wenn ich über meine kleinen Ängste gesprochen habe. Endlich durfte darüber geredet werden. Anderen ging es ähnlich.

Ich möchte dir an dieser Stelle nicht verschweigen, dass hinter den kleinen Ängsten oft große tiefgreifende Ängste stehen. Hier verweise ich nochmal auf meinen Artikel zu den „Grundformen der Angst“. Ich glaube allerdings, dass es leichter fällt, an den kleinen Ängsten zu arbeiten und uns langsam an die größeren heranzutasten. Das ist jedenfalls mein Vorgehen.

Wie du mit deinen Ängsten umgehen kannst.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas Mut machen, in das Gespräch mit anderen zu gehen. Selbst wenn du deine Angst als lächerlich ansiehst, sie ist es nicht! Für mich ist das wahrer Mut: „Handeln trotz Angst.“ Und die erste Handlung ist dich mitzuteilen.

Umgang mit Ängsten durch mitteilen

Such die einen Vertrauten mit dem du dich über deine kleinen Ängste unterhalten kannst.

Ängste akzeptieren

Der wichtigste Schritt ist es, erst einmal zu akzeptieren, dass da Ängste sind. Das bedeutet auch, sich dieser Angst zu stellen. Zu mindestens gedanklich. Zulassen, teilweise Aushalten und dem Drang des Verdrängens Wiederstehen.

Angst + Atmen = Abenteuer

Diese Gleichung habe ich bei Martina Schmidt-Tanger kennen gelernt und sie hat mir schon oft geholfen. „Soll ich die Frau da drüben ansprechen? Was wird sie von mir denken? Werde ich das Richtige sagen? … Mich plötzlich wie 14 fühlen und weiche Knie bekommen. …“

Erst einmal tief durchatmen. Vor allen Dingen wieder ausatmen. In Angstsituationen ist unser Körper darauf geeicht, Sauerstoff zurückzuhalten. Dieser Rückhaltemechanismus ist gleichzeitig wieder ein Merkmal von Angst. Richtig ausatmen kann Ängste senken.

Den Blick weiten

Ich hatte oben schon das „Kaninchen vor der Schlange“ erwähnt. Wenn wir Angst haben, sehen wir ganz oft nur das Objekt oder die Situation vor der wir uns fürchten. Unser Blick verengt sich.

Schau dir die Objekte und Situationen genauer an. Was ist noch da? Wovor hast du keine Angst? Könnte es mögliche Wege geben, die du vielleicht gerade nicht siehst? Wer könnte dich unterstützen? Was kannst du noch denken?

Ängste angehen, solange sie noch klein sind

Oft machen wir uns mehr Befürchtungen, als der Anlass gebietet. Getreu dem Motto: „Wer sich den Teufel an die Wand malt, braucht keine Tapete mehr“, bauschen wir Situationen immer weiter auf.

Das Schlimme daran ist, dass deine Ängste größer werden, je länger du sie mit dir herumschleppst. Sicherlich hast du auch schon mal erlebt, dass eine Situation gar nicht so schlimm war, wenn du die Situationen endlich angegangen bist.

Fazit

Ängste gehören zu unserem Leben. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig. Leider können sie dich auch ausbremsen und verhindern, dass du für dich wichtige Schritte gehst. Wenn dir das geschieht mach dir deine Ängste bewusst. Wann immer möglich suche dir einen Vertrauten, mit dem du über deine Ängste sprechen kannst.

Gehe die Ängste an, solange sie noch klein sind. Je länger du sie auf die lange Bank schiebst, umso größer werden sie. Atme tief durch, weite deinen Blick und dann geh auf deine Ängste zu.

In jedem Menschen steckt ein Held. Auch in dir! Ich wünsch dir viel Glück und Mut beim Umgang mit deinen Ängsten.

Weitergehende Literatur

Literatur

Das große Buch der Gefühle – Udo Baer, Gabriele Frick-Baer

Grundformen der Angst – Fritz Riemann

Weiterlesen

Angst – 26 mal überwinden, besiegen, bezwingen

Ängste überwinden – die vier besten Strategien

 

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6 comments on “Einfach deinen Ängsten stellen und wachsen

  1. Ich bin da ganz bei dir, dass man die Ängste nur überwinden kann, wenn man sie annimmt. Aber wie macht man das? An der Uni Hamburg wurde dafür ein extrem wirksames Verfahren entwickelt, die Introvision. Wir haben das zum IntrovisionCoaching weiter entwickelt. Eine genaue Anleitung findet ihr bei Renate und Ulrich Dehner, Introvision die Kunst ohne Stress zu leben.

    1. Hallo lieber Ulrich,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Eigenwerbung ist an dieser Stelle auch durchaus erlaubt.

      Ich kenne das System leider nicht. Dennoch bin ich bei Systemen immer etwas skeptisch. Ängste sind so unterschiedlich, wie die Menschen, die Sie haben. Hier ein System zu nutzen wird dem einen helfen, dem anderen weniger.
      Eine gute Begleitung durch Freunde oder durch ein Coaching ist aus meiner Sicht jedoch steht hilfreich. Es sind Menschen, die helfen oder hilfreich sind. Oftmals ist dies unabhängig davon, welches System sie nutzen oder welcher Theorie sie folgen.
      Lieben Gruß

      Peter

      1. Nachdem ich mehrere Therapieausbildungen gemacht habe, bin ich immer wieder überrascht und schockiert von der Wirksamkeit der Introvision. Ich habe auch jetzt erst verstanden, dass das Hauptproblem bei Ängsten der Alarm in der Amygdala ist. Die Amygdala ist unser Alarm- und Sicherheitszentrum und ist aus diesem Grund immer etwa 200 mal schneller als unser Großhirn.
        Dazu kommt, dass es der Amygdala meistens egal ist, was wir verstanden haben. Ich habe mit einem Psychoanalytiker und Psychotherapeuten gearbeitet an seinen Ängsten vor dem Versagen. Er machte nach der Übung die Augen auf und meinte, das gibt es ja gar nicht, ich habe 250 Stunden Lehranalyse hinter mir und der größteTeil davon ging um dieses Problem und Sie lösen mit einem Satz bei mir einen Alarm aus!
        Das IntrovisionCoaching führt dazu, dass man den Alarm relativ schnell und bleibend löschen kann. Dann ist man in der Stress-Situation plötzlich völlig gelassen.
        Herzlichen Gruß
        Ulrich
        PS: Du kannst auch mehr Infos dazu auf meinem Blog finden unter http://www.introvision-coaching.de

        1. Hallo Ulrich,
          hört sich in jedem Fall recht spannend an. Ich wünsche dir und vor allem deinen Klienten viel Erfolg.
          Lieben Gruß

          Peter

  2. Hallo Peter, toller Artikel, der den Finger in eine Wunde legt, die oft verschwiegen wird. Ich erlaube mir, die weiteren Folgen des Verschweigens und Verdrängens mal aufzuzeigen, Folgen, mit denen ich als Angstberater immer wieder konfrontiert werde. Deinen Artikel halte ich auch im Hinblick auf Vorbeugung für wichtig.

    Herzliche Grüße, Rolf

    Mehr unter http://www.angstberatung-berlin.blogspot.com

    Angst ist eine natürliche und biologisch im Organismus verankerte Reaktion auf eine reale oder vorgestellte Bedrohung und für das Überleben notwendig. Die körperlichen Prozesse wie die Ausschüttung von Adrenalin, eine erhöhte Wahrnehmung und die Versorgung der Muskeln mit mehr Blut laufen unbewusst ab und lassen sich nicht willentlich steuern. Der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. Zwischen dem Reiz, der die Angst auslöst, und der körperlichen Reaktion befindet sich als Bindeglied der Denkprozess, also die Bewertung der Situation. Diese Bewertung beinhaltet Erfahrungen, Erinnerungen, Gedanken, Vorstellungen und Erwartungen und ist entscheidend für den Umgang mit der aufkommenden und als unangenehm empfundenen Angst. Kurz gesagt, Angst entsteht im Kopf.

    Ist die Situation überstanden, beginnt für den Körper eine Erholungsphase. Um die innere Balance wieder herzustellen, schüttet der Körper Noradrenalin aus, die Atmung normalisiert sich ebenso wie der Kreislauf, die Gedanken beruhigen sich. Dieser Ablauf der Angst bedeutet keine Gefährdung, ist der menschliche Körper doch auf solche kurzzeitigen extremen Belastungen gut vorbereitet.

    Wann wird Angst zu einer ernsthaften Erkrankung?

    Eine Angsterkrankung führt zu einer Fehlsteuerung der biologisch festgelegten Angst- und Stressreaktion. Sie bedeutet eine zunehmende Beeinträchtigung der persönlichen Lebensqualität. Bei Frauen sind Angsterkrankungen heute schon die häufigste psychische Störung. Bei Männern stehen sie nach Suchterkrankungen an zweiter Stelle der psychischen Krankheiten. 10% der Deutschen sind heute durch Angsterkrankungen in ihrem Alltag bereits eingeschränkt.

    Merkmale einer Angsterkrankung sind:

    – die Angst tritt unangenehm stark auf
    – sie tritt häufig und langanhaltend auf
    – der Betroffene verliert die Kontrolle über das Auftreten und den Verlauf von Ängsten
    – Angst auslösende Situationen werden bewusst vermieden
    – die empfundene Angst steht in keinem Verhältnis zum sie auslösenden Reiz

    Unbehandelt kann sich eine Angsterkrankung zu einer so genannten generalisierten Angststörung entwickeln. Diese schwere Erkrankung ist gekennzeichnet durch:

    – mehr als 6 Monate andauernde Ängste sowie Gedanken und Vorstellungen von Situationen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit so nie eintreten werden
    – geringfügige Anlässe werden subjektiv als hoch belastend erlebt
    – körperliche Unruhe, die Unfähigkeit, sich zu entspannen, Unwohlsein, Schlafstörungen, auftretendes Herzrasen und andere körperliche Symptome
    – eine erhöhte, das normale Mass übersteigende Wachsamkeit
    – das Denken ist nur auf die, imaginäre, Angstsituation und wie diese vermieden werden kann, gerichtet

    Wie lässt sich eine Angsterkrankung behandeln

    So wie Angst eine vielschichtige und individuelle Erkrankung ist, sind auch die Behandlungsmöglichkeiten sehr differenziert. Kurz zusammengefasst, und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, sind folgende Behandlungsmethoden erfolgversprechend.
    Zunächst muss eine organische Erkrankung durch den Arzt ausgeschlossen werden.
    Auch ist eine ausführliche Anamnese durch einen Facharzt oder ausgebildeten Angstherapeuten notwendig, um die Ursachen der Angst zu benennen.

    Bei manchen Angstpatienten ist die Expositionsstrategie erfolgreich. Dabei wird der Betroffene mit der seine Angst auslösenden Situation bewusst konfrontiert. Er lernt, seine Angst auszuhalten und empfindet das Gefühl, diese Situation ist nicht bedrohlich. So gewinnt er langsam die Kontrolle über seine Angst zurück. Die empfundene Hilflosigkeit weicht einer zunehmenden Sicherheit.

    Eine andere Variante ist die kognitive Methode. Dabei werden die bei Angst auftretenden Gedanken durch Gesprächstherapie in eine positive Richtung gelenkt. Die kognitive Methode stammt aus der Verhaltenstherapie, der Betroffene ändert dadurch seinen Umgang mit der Angst. Die bei Angst auftretenden negativen Gedanken führen in die Sackgasse, dass die eigenen Möglichkeiten, die Situation zu bewältigen, als zu gering und nicht ausreichend eingeschätzt werden. Hilfreich hat sich bei der kognitiven Methode die Führung eines Angsttagebuches erwiesen, in dem der Betroffene seine Empfindungen und Gefühle notiert. Behutsam werden seine Gedanken in eine positive Richtung gelenkt, sein Selbstbewusstsein gestärkt und er bekommt die Kontrolle über seine Angst zurück.

    Angstpatienten benötigen professionelle Hilfe, um aus dem Teufelskreis der Angst auszubrechen. Unbehandelt führt Angst oft in schwere Depressionen und sogar in Suizidgefahr. Hilfe bieten Psychologen, ausgebildete Angstherapeuten und Heilpraktiker an. Auch Selbsthilfegruppen von Angstpatienten sind eine erste Anlaufstelle.

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