Vom Fallen und Aufstehen

Scheitern – vom Fallen und Aufstehen

Vorab

Dieser Artikel sollte eigentlich „nur“ als Teil meiner Urlaubsbeschreibung erscheinen. Nachdem ich ihn soweit geschrieben hatte, entschied ich mich um. Er wird Part des Blogs bleiben. Fallen und Aufstehen gehören zum Leben.

Ich möchte dich einladen, schwierige Situationen anders zu sehen. Du kannst sie für dich nutzbar machen. Ich hoffe, dass du in dem Folgenden ein gutes Beispiel findest.

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Auf zum Frühstück

Peter und ich wollen an heute die andere Hälfte des Nationalparks durchfahren. Zuerst treffen wir uns zum Sushi-Essen. Da Peter ein Langschläfer ist, ist es glücklicherweise mein zweites Frühstück. Es ist ein schöner Tag und ich freue mich auf die Tour.

Wir fahren los. Der Verkehr ist extrem dicht geworden. Peter fährt vor und ich versuche, an ihm dran zu bleiben. Bei einer Straßenüberquerung passiert es dann. Ich will schnell hinter her und erkenne bereits im Anfahren, dass ich zu viel Gas gegeben habe.

Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Die Bremse funktioniert nicht richtig und ich reagiere panisch. Statt mit der anderen Bremse zu agieren, gebe ich erneut Gas. Die Erdanziehung gewinnt. Ich schliddere quer über die Straße während zig Autos auf mich zukommen.

Der Adrenalinstoß verhilft mir, schnell wieder aufzustehen und weiterzufahren. Das Aufstehen musste einfach schnell gehen. Auf dem Motorroller sitzend merke ich, dass sowohl mein Bein als auch mein Arm ziemlich ramponiert sind. Ich blute heftig.

Nachdem ich Peter eingeholt habe, erkläre ich ihm, dass ich erst meine Verletzungen versorgen möchte. Wir fahren zu ihm nach Hause. Peter macht sich auf um Verbandszeug zu holen. Ich wasche vorsichtig meine Wunden aus.

Das Adrenalin lässt nach und der Schock setzt ein. Mein Kreislauf klappt zusammen und ich muss mich legen. Peter ist sehr fürsorglich und kümmert sich um meine Wunden. Ok, die Sache mit dem Wasserstoffperoxid ist nicht ganz so angenehm.

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Fallen im Leben

Von Aufstehen kann momentan keine Rede sein. Mein Kreislauf hat noch immer die Oberhand und ich bleibe liegen. Dabei denke ich über all die Dinge nach, in denen ich im übertragenen Sinn gefallen bin. Projekte, die vor die Wand liefen, Fehlentscheidungen und Trennungen.

Bei manchen bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Irgendwie gab es dabei ebenso einen Schock. Da der Kreislauf jedoch nicht sein Recht einforderte, habe ich weitergemacht. Das führte oftmals dazu, dass ich gegen Windmühlen kämpfte und am Ende doch loslassen musste.

Eine weitere Parallele drängt sich auf. Ich habe mehr auf Peter geachtet und versucht mitzuhalten. Mein eigenes Tempo ließ ich außen vor. Auch hier gab es in meinem Leben Situationen, die genau aus diesem Grund schiefgelaufen sind.

Ich wollte anderen etwas Beweisen oder habe mich zu sehr den Vorgaben angepasst. Die Sache lief dann mehr als einmal aus dem Ruder. Das kostete mehr Energie, als es an Gewinn eingefahren hat. Aufstehen ist auch anstrengend. Manchmal war es sogar zu meinem Schaden. Andererseits bin ich in meinem Leben immer zur Höchstform aufgelaufen, wenn ich die Dinge auf meine Weise und in meinem Tempo regelte.

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Liegenbleiben ist nicht mein Ding, aufstehen schon

Zum Glück kann ich dabei die andere Seite der Medaille sehen. Auch all die Fehler und unnötigen Wege haben mich zu dem Menschen geformt, der ich heute bin. Im Grunde meines Herzens finde ich den Typ ziemlich cool. Das Aufstehen machte mich irgendwie auch mutiger.

Ich will das Leben leben und spüren. Nur am Rande zu stehen und zuzusehen ist nicht meins. Wenn ich Dinge anpacke, kann es zu Fehlschlägen kommen. Bei neuen Vorhaben oder Projekten ist die Wahrscheinlichkeit von Schwierigkeiten besonders hoch. Dennoch bringe ich mich voll und ganz ein.

Ich bin auf meinem Weg oft gestolpert und so manches Mal mit voller Wucht aufgeschlagen. Doch gerade dann, wenn es am Nötigsten war, bin ich aufgestanden, habe mir den Dreck abgeklopft und mich frech meinem Weg gestellt. Du hältst mich nicht auf! Aufstehen, weitergehen.

Während der ersten Jahre meiner Selbstständigkeit gab es unzählige Fallstricke. Einige konnte ich überwinden und bei andern musste ich Umwege in Kauf nehmen. Ich habe an das geglaubt, was ich getan habe. Ich wusste um meine Stärken und um meine Schwächen. Was in aller Welt sollte mich da aufhalten können?

Ist es das Wert?

Ein ganz eindeutiges „JA“. Zurück bei meinen Wunden und der zerrissenen Kleidung denke ich, dass auch der Motorroller es wert war. Bei allem, was mir in meinem Leben am Herzen gelegen hat, gab es Risiken.

Auch diesmal war mir das Risiko bewusst. Ich bin es eingegangen. Ich bin hingefallen und wieder aufgestanden. Das Leben geht weiter und die Wunden werden heilen. Obwohl sie gerade im Moment ziemlich brennen.

Ich möchte das Schreiben meiner Lebensgeschichte einfach niemand anderem überlassen. Verletzungen gehören dazu. Auch wenn es kein Patentrezept gibt, ich will leben und ich werde aufstehen.

Ich finde, das Leben ist ein herausragender Lehrer, wenn wir es zulassen. Ich nehme mir vor, zukünftig mehr auf mein Tempo zu achten. Wenn ich gefallen bin, werde ich erst einmal durchatmen und eine Pause einlegen. Danach kann ich entscheiden, ob die Situation es wert ist, sie weiter zu verfolgen.

Ich bin dem Schutzengel, den mir mein Freund bei der Abreise schenkte, sehr dankbar. Schließlich ist doch alles recht glimpflich abgelaufen.

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Danke Papa!

Ich hatte mit 19 einen schweren Autounfall. Damals musste ich von der Feuerwehr aus dem Auto geschnitten werden. Der Gips war noch nicht einen Tag ab. Mein Vater sagte mir, dass ich ihn zum Flughafen fahren müsse. In seinem Auto.

Bis dahin durfte ich das Auto noch nicht mal aus der Einfahrt fahren. Ich wollte nicht. Ich war total verunsichert. Mein Vater meinte: „Wenn du jetzt nicht fährst, fährst du nie wieder. Die Angst wird zu stark. Du fährst und basta.“ Widerworte nahm mein Vater eh nie hin. Also setzte ich mich ins Auto und wir fuhren einmal um den Flughafen und wieder zurück. Auch eine gute Lektion.

Daher war klar, dass ich mich auf den Roller setzen und wieder ins Hotel fahren musste. Ich schiebe das jetzt einfach Mal auf die Wunden. Zitternd setzte ich mich auf den Roller. Für die Strecke zum Hotel brauchte ich 45 Minuten. Am Tag zuvor waren es, bei gleichem Verkehr, 20.

Ein lehrreicher Tag geht zu Ende

Der Tag war anders geplant. Auch wenn sich das komisch anhört, ich möchte ihn nicht missen. Wie bereits gesagt: Das Leben ist ein ausgezeichneter Lehrer, wenn wir die Lektionen annehmen.

Außerdem habe ich gestern eine nette Spanierin im Hotel kennen gelernt. Vielleicht kann ich sie ja zur Nachversorgung gewinnen. Mitunter geht es auch hier um das Aufstehen, aber das muss sich erst noch zeigen.

Links

Aus dem Scheitern lernen

3 Tipps, wie man stilvoll scheitern kann

Hier geht es zur Übersicht der Artikel in diesem Blog.

 

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