Warum die Frage nach dem Warum hinderlich ist

Warum die Frage nach dem Warum hinderlich ist

Wir alle kennen Situationen in denen uns Kinder mit, Warum an unsere Grenzen bringen. Warum ist scheinbar eine Frage, die in einem einzelnen Wort mündet. Waruuum? Seit jener Zeit tragen wir die Frage nach dem Warum mit uns herum.

Auch als Erwachsene schleppen wir diese Frage in unseren Kontakten weiter. Wir fragen jemanden, warum er dieses oder jenes studiert. Den Partner oder die Kinder fragen wir, warum sie sich so verhalten. Meist endet die Frage nach dem Warum, in einer Rechtfertigung.

Noch schlimmer ist, dass die Frage nach dem Warum zu keinen neuen Erkenntnissen führt und das Gespräch nach dem „darum“ schnell abebbt. Ähnlich, wie „Warum“ eine Frage darstellt, ist „Darum“ die komplette Antwort.

Je älter und reifer wir werden umso mehr schmücken wir unser „Darum“ aus. Allerdings geben wir auch hier wenig Informationen, die ein Gespräch aufrechterhalten, weiter. Letztendlich ist die Frage nach dem Warum einschläfernd. Wenn du Menschen für dich gewinnen möchtest, streiche Sie möglichst aus deinem Repertoire.

Die Frage nach dem Warum im Beruf

Die Frage nach dem Warum im Beruf

Mit dem Buch „Start with Why“ hat die Frage nach dem Warum starken Einzug in die Wirtschaft und das Berufsleben gehalten. Die Idee dahinter ist, dass ein „Warum“ über das reine Geldverdienen hinausgeht. Nur ein klares „Warum“ führt zu wirklich persönlichen und wirtschaftlichen Erfolg.

Nun ist es so, dass eine Begriffskombination aus dem angloamerikanischen sich nicht immer eins zu eins ins Deutsche übernehmen lässt. Leider ist genau das mal wieder passiert. Daher wird dir die Frage nach dem, Warum sicherlich häufiger begegnen.

Das Buch ist mittlerweile übrigens auf Deutsch erschienen und letztendlich lesenswert. Es geht um deine Motivation. Wenn du für deinen Beruf eine Motivation findest, die über das reine Geldverdienen hinausführt, wird dich das bereichern! Du wirst stabiler und ausgeglichener. Schließlich wirst du beruflich auch erfolgreicher sein.

Wenn du dir selbst oder jemand anderen darin unterstützen möchtest, diese Form des „Warum“ zu erkunden sind aus meiner Sicht andersartige Fragen hilfreich.

Mal angenommen du würdest genug Geld haben, was wäre deine Motivation dennoch arbeiten zu gehen? Wer außer dir hat etwas davon, wenn du deine Arbeit bestmöglich verrichtest? Welchen Beitrag leistest du für andere/ die Gesellschaft? …. Das alles ist vielleicht nochmal einen eigenen Artikel wert. Vorerst soll es genügen.

Die Frage nach dem Warum und die Rechtfertigung

Warum und Rechtfertigung

Wie ich bereits gesagt habe, führt die Frage nach dem Warum oftmals in eine Rechtfertigung. Aus meiner Sicht hat es zwei Gründe. Zum einen zielt die Frage nach dem Warum auf unsere Werte und Glaubenssätze. Dazu gleich mehr. Andererseits führt sie die meisten Menschen zurück in ihre Kindheit.

Die Frage nach dem Warum, taucht in der Erziehung meist dann auf, wenn etwas schiefgegangen ist. In solchen Momenten ist sie dadurch emotionsgeladen. Warum hast du das kaputtgemacht? In dieser Frage steckt, wie ich es gerade schon angedeutet habe, der Gedanke, dass es einen Grund für das Verhalten gegeben hat.

Da Kind hat dementsprechend einen (triftigen) Grund gehabt den Gegenstand zu zerstören. Was, vielleicht mal abgesehen von einem Wutanfall, meist Blödsinn ist. Die Frage, „wie ist es kaputt gegangen“ wäre hier hilfreicher. Doch zurück zum Warum. Das Kind fängt nun an, innerlich nach diesem Grund zu suchen.

Höchstwahrscheinlich hat es keinen Grund gegeben. Selbst bei einem Wutanfall wird es erst einmal keinen Zugang zu dem Auslöser haben. Da die Eltern jedoch, meist unter der Begleitung von Emotionen, nach dem Grund fragen, fängt das Kind an sich zu rechtfertigen. Es erfindet eine Geschichte, mit der es sich erklären möchte. Das Erfinden muss nicht bewusst passieren.

Solche Situationen speichern wir, da sie stark mit Gefühlen behaftet sind, besonders gut ab. Als Erwachsener greifst du bei jeder Frage auf dein gesammeltes Wissen zurück. Auch auf das aus deiner Kindheit. Meist passiert das nicht bewusst. Schwupp, die Frage nach dem Warum, ist emotionsgeladen. Aus dieser Situation heraus gehst du, wie schon als Kind, in die Rechtfertigung.

Die Frage nach Werten und Glaubenssätzen

In den logischen Ebenen nach Dilts bezieht sich die Frage nach dem Warum auf Werte und Glaubenssätze. Beides sind Punkte, welche die meisten Menschen nicht aus dem Stegreif beantworten können. Wenn wir etwas nicht schnell genug erklären können, greifen wir gerne auf Rechtfertigungen zurück.

Unsere Werte leben wir meist, ohne uns diesen wirklich bewusst zu sein. Für dich ist es sinnvoll dir über deine Werte klar zu sein. Sie sind in vielen Bereichen die Leitsterne für dein Leben. Wenn du Sie dir bewusstmachst, wird es dir leichter fallen, dein Leben auszurichten.

Mit Glaubenssätzen ist es oft noch etwas schwieriger. Vieles was wir von uns, der Welt und anderen halten hat sich schon in der Kindheit entwickelt. Wir haben eine bestimmte Situation mehrfach erlebt. Aus der Wiederholung bildete sich für uns ein allgemeingültiges Muster.

Solche Glaubenssätze sind so tief in uns verankert, dass es einiges an Selbsterforschung benötigt um sie zu erkennen. Auch das ist eine sehr lohnende Aufgabe. Viele unserer Glaubenssätze, vor allem die über uns selber sind bilden Geschichten, die wir über uns erzählen. Wenn sie überhaupt einmal gestimmt haben, müssen sie das heute schon lange nicht mehr.

Handeln

Was du tun kannst

Jedes Mal, wenn du jemand anderen die Frage nach dem Warum stellen möchtest, halte kurz inne. Überlege dir, ob es andere mögliche Fragen gibt, die du an diesem Punkt stellst. Eine Frage, die dir mehr Informationen gibt, auf die du eingehen kannst, ist hilfreich.

Um bei dem Beispiel mit dem Kind zu bleiben. Wie ist es dazu gekommen, dass es kaputtgegangen ist? Oder bei einem Wutanfall. Was hat dich so wütend gemacht?

In meiner Kindheit war die Frage nach dem Warum allgegenwärtig. Ich habe eine Zeit gebraucht, um mich von dem „Warum“ zu verabschieden. Manchmal, gerade wenn ich sehr wütend bin, nutze ich sie noch heute.

Wenn es dir ähnlich ergeht, überlege zum Beispiel am Abend, welche Frage du hättest stattdessen stellen können. Das spätere darüber nachdenken wird dir helfen beim nächsten Mal andere Fragen zu stellen.

Wenn dich jemand nach dem „Warum“ fragt, gehe bitte nicht in die Rechtfertigung. Solltest du dich doch rechtfertigen überlege dir auch hier später wie du anders hättest reagieren können. Es spricht nichts dagegen, wenn du die Frage innerlich umstellst. Auch dafür wirst du etwas Übung gebrauchen.

Die meisten „Warum“ Fragen lassen sich in „Wie“, „Was“ oder „Wozu“ Fragen umformen. Wenn du dir den Artikel über die logischen Ebenen anschaust, wird es dir eventuell leichter fallen, alternative Fragen zu entwickeln.

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Frag immer erst Warum – S. Sinek

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