Ziele planen mit dem SCORE Modell

Vorweg

Zum schriftlichen planen hatte ich bereits etwas im Artikel zum SMART Modell geschrieben, deswegen spare ich mir das hier. Wie bei SMART steht auch bei SCORE jeder Buchstabe für einen Schritt der Planung. Da das SCORE Modell aus dem englischen Sprachgebrauch kommt, sind die Begriffe leider auch in englischer Sprache. Die Übersetzung liefere ich dir natürlich mit.

Das SCORE Modell wurde 1987 von Robert Dilts und Todd Epstein entwickelt. In der Literatur wird es auch S.C.O.R.E. Modell genannt. Robert und Todd versuchen das Neurolinguistiesche Programmieren (NLP) auszubauen. Hierbei sind gute Modelle entstanden.

Warum SCORE Modell?

„Score“ hat im englischen Sprachgebrauch mehrere Bedeutungen. Vielleicht kennst du es aus Videospielen oder in meinem Jahrgang, vom „Flipper Automaten“. Hier hast du den „High Score“, den du erreichen, willst um, ähnlich wie bei einem Ziel, auf den nächsten „Level“ zu gelangen.

Im Englischen gibt es unter anderem noch den Begriff „dance score“. Hiermit ist eine Abfolge von Tanzschritten gemeint. Sie fangen, zum Beispiel bei einem Ballett, vor dem Betreten der Bühne an und enden mit dem Verlassen derselben. Es geht es um den gesamten zeitlichen Ablauf. Ähnlich kannst du dir das Planen eines Ziels vorstellen. Von den ersten zaghaften Schritten bis zum krönenden Abschluss wird der Verlauf durchgeplant.

Im Englischen gibt es weitere Bedeutungen, die erspare ich mir an dieser Stelle. Im Anschluss findest du die passende Literatur, wenn du das Modell vertiefen möchtest.

Das Ziel des Ganzen

Bevor wir in das SCORE Modell einsteigen gehen wir nochmals zum Ziel. Möglicherweise hast du schon ein Ziel für dich gewählt. Wunderbar! Mach dir an dieser Stelle bitte bewusst, dass ein Ziel ein selbstgewähltes Problem ist. Wenn du dich jetzt nach dem „Wieso“ fragst, ist das gut. Das Problem entsteht dadurch, dass es einen Unterschied zwischen dem erwünschten Ergebnis, dem Ziel, und dem momentanen Zustand gibt.

Meinen Klienten erkläre ich das gerne an einer Taxifahrt. Sowohl du und der Taxifahrer sollten wissen, wo du hin möchtest. Ich bin einmal, ohne bestimmtes Ziel mit dem Taxi gefahren. Irgendwann wurde es dem Fahrer zu bunt und er hat mich rausgeschmissen. Aber das ist eine andere Geschichte. Der Taxifahrer muss auch wissen, wo er dich abholen soll. Ich bin irgendwo in Köln, wird ihm nicht reichen.

Bei jedem Ziel sollte dir sehr klar sein, von wo aus du startest. Was ist dein momentaner Zustand? Was ist dein Problem? Beschreibe dein Problem, für dich möglichst genau. Wie kannst du dein Problem vielleicht in kleine „Problemchen“ unterteilen? Welche Teile musst du eventuell klarer umschreiben, um dein Problem lösen zu können?

Fang bitte nicht an zu schummeln. Wir neigen dazu, uns Sachen schön zu reden. Das wird dir bei der Planung wenig nutzen. Je genauer du dein „Jetzt“ für dich klar hast, umso einfacher wird die Planung mit dem SCORE Modell. Der erste Schritt ist damit getan. Wenn du deinen Ausgangspunkt und dein Ziel bestimmt hast, ist schon über die Hälfte geschafft. Den Rest bekommst du spielend hin.

Und noch einmal zum Ziel. Was genau ist dein Ziel? Was möchtest du erreichen? Wovon möchtest du mehr in deinem Leben haben? Mal angenommen, du könntest alles bekommen, was du möchtest. Was würdest du dann haben wollen?

Endlich zum SCORE Modell

„S“ steht für Symptoms (Symptome)

Symptome sind „Verhinderungen“, alles das, was dich vom Erreichen des Ziels abhält. Hierzu gehören Störungen und Widerstände, die von außen auf dich zukommen können. Fragen, die dir helfen sollen, dem Symptomen auf die Spur zu kommen: „Was genau ist das Problem? Was möchtest du verändern? Was macht dir Mühe oder hält dich davon ab, das zu bekommen, was du dir wünschst?“

„C“ steht für Causes (Ursachen)

Es geht darum, die Ursachen hinter den Symptomen zu erkennen. Einen Schritt in die Tiefe zu gehen. Ursachen sind oft nicht so deutlich. Sie hängen häufig mit anderen Themen zusammen. In der Psychologie und der Kommunikationswissenschaft bezeichnet man diese Zusammenhänge mit „systemischen Verbindungen“.

Bei den Ursachen gilt es darauf zu achten, dass es im Problem oft positive Absichten gibt. So kann das Rauchen dazu dienen, sich Pausen zu gönnen oder leichter in Kontakt zu kommen. Die positiven Absichten sollten beibehalten werden. In dem Fall wäre die Frage: „Wie kann ich für genug Pausen sorgen, wenn ich nicht mehr rauche?“ oder „Welche anderen Möglichkeiten habe ich gut in Kontakt zu kommen?“

Die Fragen, die dir bei der Suche nach der Ursache weiterhelfen können sind: „Woher kommt das Symptom? Was sorgt dafür, dass das Symptom noch da ist? Gibt es etwas, was passiert ist, bevor das Symptom auftauchte? Was ist die positive Absicht des Symptoms? Gibt es positive Folgen, wenn das Symptom bleibt? Brauche ich das Symptom als Ausrede, um etwas nicht tun zu müssen? Gibt es einen auslösenden Trigger für das Symptom?“

Je klarer du die Ursachen untersuchst, umso einfacher wirst du einen Lösungsansatz finden.

„O“ für Outcome (Ziel)

Ich persönlich finde den Begriff „outcome“ besser. Die Frage ist, was soll hinten heraus kommen. Nehmen wir beispielsweise deinen Urlaub. Sicherlich kannst du hier ein Ziel wählen. „Ich fahre nach Timbuktu.“ Bevor du das Ziel wählst, kannst du dich allerdings fragen: „Wie will ich mich fühlen, wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme? Was will ich erlebt haben? Welche Eindrücke soll mir der Urlaub bringen? …“ Das sind auch Fragen, die du dir zu deinem gesetzten Ziel stellen kannst. „Was soll sich verändert haben, wenn du dein Ziel erreicht hast? Was soll erhalten bleiben?

Das Ziel soll an die Stelle des Symptoms treten. Dennoch stell dir bitte die Frage, wie du dich fühlen möchtest, wenn du dein Ziel erreicht hast.

„R“ für Ressources (Ressourcen)

Um die Ressourcen zu finden, die dich unterstützen, dein Ziel zu erreichen oder dein Problem zu lösen, schau noch mal auf die Ursachen. Behalte dabei dein Ziel vor Augen. Was kann dir helfen? Manchmal ist es so, dass wir unterschiedliche Ressourcen brauchen. So gibt es Ressourcen, die wir benötigen, um von unserem Ausgangspunkt weg zu kommen. Diese können sich von denen, die wir benötigen um unser Ziel zu erreichen unterscheiden.

Hier möchte ich ein Beispiel erneut aufgreifen. Du willst umziehen, das bedeutet, dass du nicht mehr so nah bei deiner Mutter wohnst. Du sorgst dich, ob sie ohne dich zurechtkommen wird. Hier könnte es sein, dass du, um dich abzusichern, ein Unterstützungsnetz aufbauen solltest. Das könnten in dem Fall Nachbarn oder ein Alarmknopf einer Hilfsorganisation sein. Die Ressourcen, die du hier benötigst, sind eindeutig andere wie die für den Umzug.

Fragen, die dir bei der Suche nach den Ressourcen helfen können: „Hast du schon ein ähnliches Ziel erreicht? Was hast du getan um dieses Ziel zu erreichen? Kennst du jemanden, der das Ziel erreicht hat? Wie hat diese Person das Ziel erreicht? Wo kannst du dir Unterstützung holen? Welche Fähigkeiten hast du schon, die dir helfen, das Ziel zu erreichen? Welche Fähigkeiten musst du dir noch aneignen? Welche Wahlmöglichkeiten hast du?“

Zum Abschluss eine wirksame mentale Übung

„Wir gehen einfach gedanklich in die Zukunft. Mal angenommen, du hast das Ziel bereits erreicht. Jetzt schaust du innerlich zurück auf deinen Startpunkt. Was hast du unternommen, wie hast du dich verhalten und welche deiner Fähigkeiten hast du eingesetzt um dein Ziel zu erreichen?“

„E“ für Effects (Effekt oder Auswirkungen)

Jedes Problem, dass wir lösen und auch jedes Ziel, das wir erreichen, hat Auswirkungen auf unser Leben. Manche dieser Auswirkungen sind für uns erst beim Erreichen des Ziels oder sogar danach ersichtlich. Es wird positive und negative Effekte geben. Jede Medaille hat zwei Seiten. Schau dir in diesem Zusammenhang meine Grundgedanken zum Thema Ziele an.

Für dich ist es wichtig, dass das Erreichen deines Zieles in seinen Auswirkungen mehr positive Effekte hat. Es sollte darüber hinaus mit deinen anderen Zielen und Dingen im Leben zusammenpassen.

Deine Idee, beispielsweise auf Weltreise zu gehen könnte mit dem Wunsch sich im Beruf zu etablieren kollidieren. Auf diese Auswirkungen solltest du dein Ziel, die Lösung des Problems kontrollieren.

Fragen, die dir weiterhelfen können: „Was wird es dir bringen, wenn du dein Ziel erreicht hast? Was wird der nächste Schritt, sein, wenn du dein Ziel erreicht hast? Welche Außenwirkung wird es haben, wenn du dein Ziel erreicht hast?“

Weiterführende Literatur

Das SCORE Modell ist so Komplex, dass ich dir hier nur einen kleinen Ausschnitt darstellen konnte. Wenn du dich in diesen Bereich weiter einarbeiten möchtest Findest du hierzu mehr in den Büchern von Robert Dilts (und anderen) „Know how für Träumer“, „Zukunftstechniken“, „NLP II – die neue Generation“.

Fazit

Das SCORE Modell ist zwar sehr komplex, dennoch bietet es eine gute Strategie, um wirklich zum Ziel zu gelangen. Sicherlich braucht es auch etwas Übung. Für die meisten, gerade komplexeren Ziele, ist es sehr geeignet. Für mich ist es der „Renner“ im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Zum Abschluss nochmal die Hauptfragen:

  1. Was ist bei dem Problem das Symptom?
  2. Was ist die Ursache dieses Symptoms?
  3. Was soll herauskommen? Was ist dein Ziel?
  4. Welche Ressourcen brauchst du, um a. die Ursachen anzugehen und b. um dein Ziel zu erreichen?
  5. Was könnten die längerfristigen Auswirkungen sein, wenn du dein Ziel erreicht hast?

Viel Erfolg bei der Umsetzung!
 

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