Loslassen um Veränderungen zu erreichen

Loslassen um Veränderungen zu erreichen

Eine kurze Geschichte zum Loslassen. Ich weiß nicht, ob du den Film „Die Wüste lebt“ gesehen hast. Ich möchte dir einen kleinen Ausschnitt daraus darstellen.

Ein Jäger, der durch die Wüste zieht, sucht nach Wasser. Er hat gelernt, dass Affen immer wissen, wo sich das nächste Wasserreservoire befindet. Aus diesem Grund fängt er einen Affen und füttert ihn mit Salz. Dadurch wird der Affe so durstig, dass er den Jäger zum nächsten Reservoire führt. Das hier Interessante ist, wie der Affe gefangen wird.

Der Jäger bohrt ein Loch in einen Termitenhügel oder holen Baumstamm in der Nähe einer Affengruppe. Affen sind äußerst neugierig. Dort legt er dann süße Kerne hinein. Ein Affe, der die Situation beobachtet hat, geht an das Loch und sieht die verlockenden Kerne. Er greift hinein, um sie herauszuholen.

Das Loch ist aber so gebohrt, dass der Affe hineingreifen kann. Mit den Kernen in der Hand bekommt er die Faust allerdings nicht mehr aus dem Loch heraus. Der Jäger geht nun einfach zum Affen hinüber und legt ihn ein Halsband an. Der Affe macht in dem Moment, in dem er den Jäger sieht, ein unglaubliches Spektakel. Er will aber seine gefundenen Kerne nicht loslassen und wird so selber zur Beute.

Manchmal ist es bei uns so, wie bei dem Affen. Wir haben ein Ziel. Wir wollen etwas verändern. Aus irgendeinem Grund lassen wir aber nicht los. So werden wir zur Beute der Situation, die uns dann gefangen hält.

Wir müssen loslassen, um etwa zu erreichen

Jede Veränderung ist auch ein Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, treffen wir eine Ent-Scheidung. Wie du siehst, steckt in dem Wort Entscheidung das Wort Scheidung. Also Trennung. Wenn wir uns für ein Ziel, eine Veränderung, entscheiden, lassen wir hunderte von anderen Möglichkeiten außen vor. Wir lassen los.

Loslassen um Ziele zu erreichen

Daraus ergeben sich die Tücken einer Entscheidung. Manchmal laufen die Dinge nicht ganz so, wie wir sie uns vorgestellt haben. In solchen Momenten stellen wir unsere Entscheidung in Frage und treffen, zum Teil vorschnell, eine Neue.

Das kannst du dir wie eine Wochenendreise vorstellen. Mal angenommen du lebst in Köln. Du möchtest mit dem Auto über das Wochenende nach Paris fahren. Du fährst los. Nach einer Stunde Fahrt denkst du dir, dass Paris im derzeit zu gefährlich ist. Du wechselst die Richtung und fährst jetzt nach Berlin. Nach zwei Stunden Autofahrt fällt dir ein, dass du ja gerade erst in Berlin wahrst. München wäre besser. Gesagt getan. So kannst du das gesamte Wochenende verbringen, ohne überhaupt irgendwo anzukommen.

So würdest du dein Wochenende ganz sicher nicht gestalten, also gehe auch nicht mit deinen Entscheidungen leichtfertig um! Wie du gute Entscheidungen triffst, hatte ich bereits in diesem Artikel beschrieben.

Loslassen bedeutet zu aller erst akzeptieren

Du musst deine „Jetzt Situation“ akzeptieren, um loslassen zu können. Viel zu oft kämpfen Menschen gegen ihre derzeitige Situation an. Sie wollen sie nicht wahrhaben oder schnellstmöglich verändern. Bei jeder Veränderung brauchst du einen Startpunkt. Je mehr du diesen Startpunkt verwischst, umso schwieriger wird es, loszukommen.

Vielleicht ist deine Situation ganz furchtbar. Alles um dich herum ist ein einziges Chaos. Natürlich würdest du am liebsten wegschauen. Mach das bitte nicht! Dabei übersiehst du nur all die Möglichkeiten, die du hast.

Loslassen bringt Möglichkeiten

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es sehr unangenehm werden kann, in einer schwierigen Situation eine Bilanz zu ziehen. Zum Teil wirst du dich selber in Frage stellen. Die Möglichkeiten, die sich aus solch einer Bilanz entwickeln, sind es wert! Wie es mir in einer solchen Situation ergangen ist, kannst du in dieser kleinen Reihe nachlesen.

Ich habe hier das „Akzeptieren der jetzt Situation“ nochmal aufgegriffen, da es für mich ein Schlüsselelement ist. Wenn du damit noch Schwierigkeiten hast, lies dir meinen Artikel zu diesem Thema durch.

Loslassen von „Schein-“ Sicherheiten

Wir klammern uns oft an Sicherheiten. Leider sind diese Dinge, Personen und Zustände oftmals nur scheinbar sicher. Der Job scheint sicher, bis die Firma in Konkurs geht.  Der Partner war die große Liebe, heute streitet man sich mehr. ….

Oft müssen wir etwas, an das wir uns gewöhnt haben, hinter uns lassen, damit wir neue Wege gehen können. Das ist nicht immer einfach. Manchmal kann es sogar schmerzhaft sein. Wenn du Dinge loslässt, an denen du viel zu lange festgehalten hast, wird sich bald eine Erleichterung einstellen.

Was gilt es, loszulassen?

Wir alle haben Dinge, die wir schon viel zu langen mit und rumschleppen. Das fängt bei den verschiedensten Staubfängern in unserer Wohnung an und endet in den Kontakten, die wir pflegen.

Wenn es um Menschen geht, bin ich immer dafür zu kämpfen. Diese „Kämpfe“ bestehen für mich darin, dass ich erst mal mehr gebe. Ich rufe an und frage nach, ob wir uns sehen und was gemeinsam unternehmen. Diese Unternehmung kann auch eine Paartherapie sein. Hier bin ich nicht bereit vorschnell aufzugeben. Menschen sind mir wichtig. Genauso wichtig ist es mir immer wieder zu überprüfen, ob dieser Weg noch Sinn macht. Wenn der Sinn verbraucht ist, ist es an der Zeit loszulassen. ich habe das gerade 2015 erlebt. es war nicht einfach.

Ich würde dir jetzt vorschlagen, dich gedanklich erst einmal frei zu machen. Schreibe dir die Sachen, die du loslassen solltest, in einer Liste auf.

Schreibe die Sachen auf, die dich belasten oder sogar unglücklich machen. Gibt es Situationen, in denen du eine Rolle spielst, die schon längst nicht mehr zu dir passt? Welche Unstimmigkeiten gibt es in deinem Leben, privat oder beruflich?

Es kann auch sein, dass du Gedanken über dich loslassen solltest. Vielleicht ist es sogar so, dass du einen Traum von deinem Leben loslässt.

Letzteres war für mich beispielsweise ein schwieriger Schritt, als ich mit 40 entschied, dass ich keine Kinder mehr haben werde. Das war echt hart. An die Stelle meines Traumes von eigenen Kindern sind andere Träume gerückt. Manchmal spielt das Leben halt so.

Loslassen hat auch einen Presi

Alles hat seinen Preis

Wenn es Dinge oder Menschen in deinem Leben gibt, mit denen du dich unglücklich fühlst, überlege ob das „Preis – Leistungsverhältnis“ stimmt. Der Preis für solche Dinge und Personen ist Unglück. Sicher ist da auch die Hoffnung, dass sich alles wieder einrenken wird. Wie lange gibst du dich dieser Hoffnung hin? Wie lange möchtest du noch den Preis dafür bezahlen?

Der Preis des Loslassens ist oftmals erst einmal Trauer. Dinge, die dir wichtig waren, gehen zu lassen ist schmerzlich. Nach diesem Schmerz erreicht dich oft ein Gefühl der Erleichterung. Damit sind wir aber noch nicht am Ende. Der Preis, der jetzt kommt, ist nicht zu unterschätzen. Du wirst dich auf neue Wege begeben. Diese neuen Wege bergen Unsicherheiten in sich.

Du hast die Wahl zwischen dem bekannten Schmerz und einem noch unbekannten Ergebnis. Die meisten Menschen ziehen das bekannte Leid einem unbekannten Glück vor. Hier zeigt sich, dass ein Gefühl von Sicherheit nicht immer positiv ist.

Da sie, zum großen Teil, erwachsen sind, haben sie das Recht sich so zu entscheiden. Jeder sollte nach seinen Möglichkeiten die Verantwortung für sich übernehmen. Auch du! Es ist deine Entscheidung loszulassen oder in der Situation zu bleiben.

Wenn du die Entscheidung triffst, an Dingen oder Menschen festzuhalten, ist das vollkommen in Ordnung. Keiner hat das Recht dich dafür zu kritisieren. Du selbst solltest das auch nicht tun! Überprüfe von Zeit zu Zeit, ob es noch die richtige Entscheidung ist. Bitte nicht täglich, dass macht dich wahnsinnig. Ich würde dir einen Halbjahresrhythmus vorschlagen.

Wenn du dich entschieden hast loszulassen, mach das ohne Groll. Auch das ist deine Entscheidung. Gib die Dinge frei. Nimm dir Zeit, die Trauer zu verarbeiten. Dann mach dich auf, deinen neuen Weg zu gehen.

Fazit

Loslassen wird es dir erleichtern, deine Ziele zu erreichen. Der erste Schritt des „Loslassens“ beginnt damit, die „Jetzt Situation“ zu akzeptieren. Dann mach dir bewusst, was es loszulassen gilt. Anschließend überlege dir, ob du (jetzt schon) bereit bist ,den Preis für das Loslassen zu bezahlen. Wenn du dazu bereit bist, mach reinen Tisch und geh deinen Weg.

Weitergehende Literatur

Literatur

Ich will ja loslassen, doch woran halte ich mich fest? – I. Rudolph

Loslassen und Neues ins Leben lassen – S. Hammel

Weiterlesen

Loslassen lernen: In drei einfachen Schritten

Die Vergangenheit Loslassen

Hier gibt es eine Übersicht, der letzten Artikel.

 

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